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Eiszeitpfad Laichinger Tiefenhöhle

Hohler Stein, Wildgehege und Tiefenhöhle

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Die Eiszeitpfade wurden vom Alb-Donau-Kreis initiiert und stellen geologische Besonderheiten in den Vordergrund, die in der eiszeitlichen Landschaft auf der Schwäbischen Alb zu finden sind. Eine der Eiszeitpfade, die Laichinger Höhlentour, bin ich im Frühjahr gewandert.

Beim Start kurz vor acht Uhr an einem Samstag Morgen war es am Startpunkt an der Tiefenhöhle noch sehr still, niemand war zu sehen. Der Himmel war an bedeckt, doch es sollte aufklaren und für den Nachmittag waren Gewitter vorhergesagt. Die Höhle selbst wollte ich erst nach der Wanderung besichtigen. Der Wegweiser vor Ort zeigte die Richtung der Wandertour an, direkt auf eine Wiese, wo allerdings kein Pfad zu sehen war. Ein Blick auf den heruntergeladenen GPS-Track zeigte mir ebenfalls, dass der Wanderweg dort lang gehen sollte. Aber statt durch das hohe Gras zu laufen, folgte ich ein Stück dem Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg (HW7) im Wald und traf dann auch tatsächlich auf die Markierung der Laichinger Höhlentour, dem gelben Ring.

Asphaltweg
Zunächst führt der Wanderweg auf einem Asphaltweg entlang
Wegweiser am Wegrand
Und führt dann auf naturnahe Wege
Wiesensalbei
Wiesensalbei am Wegrand

Es dauerte nicht lange und das Wegzeichen führte mich auf einem Teerweg an der Straße entlang. Die Landschaft war nur sanft gewellt, ein Kontrast zu den Touren der letzten Tage auf den Löwenpfaden, die mit größeren Steigungen am Albtrauf entlangführten. Schließlich führte mich der Eiszeitpfad weg von der Straße auf einen Grasweg. Blühende Brennnesseln wuchsen am Wegrand. Ich tat mir etwas schwer mit den Wegzeichen, es gab die Markierung, aber ohne Richtungsangabe. Vor allem an Abzweigungen musste ich immer wieder den GPX-Track zu rate ziehen.

Inzwischen zeigte sich auch ab und zu schüchtern die Sonne, es wurde auch recht schwül. Die erste Sehenswürdigkeit war nicht mehr weit entfernt, ein Erdfall, auch Doline genannt. Dieser entsteht durch den Einsturz von darunterliegender Hohlräume oder Höhlen. Die Doline war allerdings zugewachsen, viel war nicht zu sehen. Faszinierender fand ich allerdings die Blütenpracht in der näheren Umgebung.

Baum
Baum
Storchschnabel
Storchschnabel
Hagsbuchhüle
Hagsbuchhüle

Auf dem weiteren Weg hingen Äste von mächtigen Fichten herab, unzählige kleine Zapfen hingen daran. Ich tauchte in den Wald ein. Munterer Vogelgesang begleitete mich an diesem Morgen. Die Hagsbuchhüle war bald erreicht. Diese ist eine Wasserstelle, die vermutlich künstlich angelegt wurde. Im Gelände ist eine runde Einbuchtung von wenigen Metern Tiefe mit etwas Wasser zu sehen. Der erste große Höhepunkt stand einige Minuten später an: Der Hohle Stein, den ich über einen kurzen Stichweg erreichte.

Hohler Stein
Am Hohlen Stein
Im Hohlen Stein
Im Hohlen Stein
Im Hohlen Stein
Im Hohlen Stein

In der Höhle war es angenehm kühl, als ich nach einer kleinen Fotosession wieder ans Tageslicht kam, beschlug sofort meine Brille und auch das Glas des Kameraobjektivs.

Die Laichinger Höhlentour leitete mich an Feldern und blühenden Wiesen entlang. Ein Rastplatz kam wie gerufen, hatte ich nun schon etwa die Hälfte der Strecke absolviert. Nach der kleinen Rast wurde die Landschaft auf dem weiteren Weg richtig schön: Felder und Wiesen wechselten sich ab, nur die vielen Strommasten störten etwas die Idylle. Lila Tannenzapfen hingen an einer Fichte. In der Vergangenheit sind sie mir noch nicht aufgefallen, ich fand sie faszinierend. Etwas Harz war zwischen den Schuppen herausgetreten und formte einige Tropfen. Später habe ich dann gelernt, dass die großen lila Zapfen die weiblichen Zapfen sind, während die männlichen Blüten, die ebenfalls gut zu sehen waren, etwa 1-2 Zentimeter groß sind und den Pollen entlassen.

Rastplatz
Rastplatz
Perlmuttfalter
Perlmuttfalter
Junge Fichtenzapfen
Junge Fichtenzapfen
Wanderpfad
Wanderpfad
Schnecke
Schnecke
Baumstumpf mit Wegzeichen
Baumstumpf mit Wegzeichen

Ich folgte einem Pfad, doch bald merkte ich bei einem Blick auf das GPS-Gerät, dass ich mich nicht mehr auf dem Wanderweg befand. Ein Querweg kam mir gerade recht, so erreichte ich wieder die Markierung. Ich lief zurück, einerseits neugierig darauf, wo ich den Weg verpeilt hatte, andererseits war der Wanderweg noch nicht auf der OpenStreetMap-Karte vorhanden (und ich wollte ihn ergänzen). An der Abzweigung war es dann keine Überraschung, dass ich den Weg verpasst hatte, weder war hier ein Weg sichtbar noch eine Markierung (die kam dann erst etwa hundert Meter später).

Sitzbank unter Bäumchen
Sitzbank unter Bäumchen
Rehbock im Wildgehege
Rehbock im Wildgehege
Wildschwein
Wildschwein

Wieder auf dem rechten Wege laufend gelangte ich bald zum Wildgehege Westerhau. Ein Rehbock lag im Schatten eines Baumes und beäugte mich, ich erwiderte den Blick. In Ruhe konnte ich mein Zoomobjektiv aufsetzen und einige schöne Bilder von ihm schießen. Nicht weit entfernt kamen dann die Wildschweine ins Blickfeld. Die Genossen waren neugierig und liefen auf mich zu. Das Gehege war recht groß, doch eine Umrundung musste sein. Die nächsten Wildschweine waren eher schüchtern, einer flüchtete vor mir und guckte mich aus dem Unterholz an. Ich lief ein Stück weiter, er folgte mir in dieselbe Richtung.

Wildschwein
Wildschwein
Liegende Wildschweine mit Frischling
Wildschweine mit Frischling
Wildschwein kratzt sich an Baum
Wildschwein kratzt sich an Baum

Schließlich bekam ich auch Frischlinge zu Gesicht. Doch als die Bache mit ihren Jungen mich wahrnahm war erst einmal ein kleiner Zwischensprint angesagt, sie flüchteten vom Zaun weg. So kenne ich die Tiere in Gehegen nicht, normalerweise sind sie zutraulicher. Doch auch sie schauten dann zu mir und beobachteten mich. An einer weiteren Stelle lagen einige Schweine träge auf dem Boden. Auch dort ein Frischling, das rege unterwegs war und auf Erkundungstour ging. Dann kam der „Big Boss” (wie ein Vater seinem Kind erklärte). Er hatte mächtige Hauer, grunzte die Halbstarken an und kratzte seine Flanke hingebungsvoll an einem Baumstamm. Ich finde diese Tiere beeindruckend (vor allem mit einem Zaun zwischen mir und ihnen). Junge Schweine suhlten sich im Schlamm. Herrlich, ich könnte stundenlang zuschauen. 

Wildschwein im Schlamm
Wildschwein im Schlamm
Rehe im Gehege
Rehe im Gehege
Rehkitz
Rehkitz

Doch ich riss mich los und lief noch etwas das Rotwildgehege entlang. Auf einer Wiese ästen einige Rehe, Kitze lagen im Gras. Ich ging etwas weiter um den Zaun herum. Ein Jungtier lief zu ihrer Mutter und wollte trinken, doch sie ließ es nur kurz zu. Ich schaute längere Zeit dem Treiben zu. 

Vorbei an einem Arboretum, in dem viele Bäume, Sträucher und Heckengewächse vorgestellt wurden, wanderte ich nun längere Zeit durch den kühlen Wald. Nach einer Weile begrüßte mich wieder die offene Landschaft, genauso wie die schwül-warme Luft. Der Laichinger Höhlenpfad führte mich an einem Rapsfeld mit seinem intensiven Duft vorbei. Die Luft flimmerte über den Wiesen. Nun war es auch nicht mehr weit zum Ziel, der Laichinger Tiefenhöhle, die ich wieder nach knapp sechs Stunden unterwegs erreichte. 

Rastplatz im Arboretum
Rastplatz im Arboretum
In der Laichinger Tiefenhöhle
In der Laichinger Tiefenhöhle
Große Halle in der Laichinger Tiefenhöhle
Große Halle in der Laichinger Tiefenhöhle
In der Laichinger Tiefenhöhle
In der Laichinger Tiefenhöhle
Nasser Gang in der Laichinger Tiefenhöhle
Nasser Gang
Tropfsteine
Tropfsteine

Ich entschloss mich dazu, eine Führung mitzumachen (man konnte auch so hinein), vielleicht erfuhr ich ja interessante Dinge. Aber zum einen waren es an diesem Sonntag zu viele Menschen und zum anderen gab es bei den einzelnen Punkten Audiostationen, die die interessanten Formationen erläuterten. Auf schmalen Treppen führt der Weg in die Tiefe (sie heißt nicht umsonst Tiefenhöhle). Es war beeindruckend, wie das Wasser diese Kavernen erschaffen hat. Teilweise gab es Tropfsteine, die aber im Vergleich zur Schertelshöhle kleiner und seltener waren. Am Ende ging es durch den Seeigelgang – dieser wurde vor einigen Jahren von Lehm befreit und viele Seeigelreste gefunden: Ein Hinweis, dass die heutige Alb einst unter dem Meer lag.

Fazit

Die Wanderung auf dem Eiszeitpfad Laichinger Tiefenhöhle begann unspektakulär, zu Beginn war ich doch etwas enttäuscht. Doch dann kamen die tollen Sehenswürdigkeiten, wie der Hohle Stein und das Wildgehege. Am Ende lohnt sich auf jeden Fall der Besuch der Tiefenhöhle, allerdings empfehle ich zumindest bei größerem Andrang, diese alleine zu erkunden, so hat man genug Zeit, sich umzuschauen und die Höhle zu entdecken. In der Höhle selbst sind Audiostationen platziert, die die Besonderheiten der Höhle erläutern. Die Wegzeichen könnten besser sein, teilweise musste ich das GPS-gerät zu Rate ziehen, Richtungspfeile hätten ebenfalls die Orientierung erleichtet. Unterwegs befinden sich immer wieder Wegweiser, die die Entfernungen anzeigen.

Karte

Länge: 12,1 km, An-/Abstieg: 230 m

Karte