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Wandern und mehr / Von Bad Schandau auf den Lilienstein

Von Bad Schandau auf den Lilienstein

Im Rahmen meiner Wandertour auf dem Malerweg hatte ich am Ende noch einen Pausentag übrig – und da ich auf der Runde immer wieder den Lilienstein gesehen habe, wollte ich nun auch unbedingt eine Wanderung dorthin machen.

Fahrt mit der Fähre vom Bahnhof nach Bad Schandau
Fahrt mit der Fähre vom Bahnhof nach Bad Schandau
Marktplatz Bad Schandau
Marktplatz in Bad Schandau
Aufstieg nach Rathmannsdorf
Aufstieg nach Rathmannsdorf

Zunächst fuhr ich mit der Bahn von Dresden nach Bad Schandau und setzte mit der Fähre in die Stadt über. Vom Fähranleger ging es ins Zentrum und am Marktplatz vorbei. Am Ende der Marktstraße traf ich auf die Markierung „roter Punkt” und folgte diesem nach links. Der Weg führte hinauf auf die Rathmannsdorfer Höhe mit einem tollen Panoramablick auf viele Berge, die ich bereits während der Wanderung auf dem Malerweg gesehen und besucht hatte: Schrammsteine, Kaiserkrone, Rosenberg, Hoher Schneeberg (beide in Tschechien), Festung Königstein und den Lilienstein – herrlich.

Rathmannsdorfer Aussichtsturm
Rathmannsdorfer Aussichtsturm
Rathmannsdorf, Königstein und Lilienstein
Blick vom Aussichtsturm auf Rathmannsdorf, die Festung Königstein und den Lilienstein
Wegweiser Lilienstein
Noch ein Stück bis zum Lilienstein

Weiter ging es durch Rathmannsdorf und auf einem kleinen Abstecher zum dortigen Aussichtsturm. Der Zugang war kostenpflichtig (1 €), der Ausblick ist lohnenswert. Sogar eine Aufzug fährt zur Plattform hinauf. Auch hier blickte ich weit in die Umgebung. Da es hier oben sehr windig war, blieb ich nicht lange und folgte der Markierung weiter durch den Ort. Am Ortsende wanderte ich hinab und erreichte auch bald Porschdorf.

Dort traf ich auf den grünen Punkt, der mich nun führte und der mich das Bergersteigel bezwingen ließ. Ich wanderte auf der Höhe entlang, zu beiden Seiten des Weges standen Rapsfelder in der Blüte und verströmen den charakteristischen Duft. Dabei hatte ich den Lilienstein vor Augen. Er sah gar nicht so weit und hoch aus, doch das täuschte.

Denn erst ging es hinab zur Elbe in Prossen. Unterwegs blickte ich im Ort auf das Elbtal und die Stadt Königstein. Unten angekommen wechselte ich das Wegzeichen, der gelbe Balken führte mich nun stramm und stetig bergauf, trotz der kühlen Temperaturen würde mir richtig warm.

Schließlich flachte der Weg ab, tief unter mir sah ich durch die Bäume hindurch in das Elbtal. Ich kam aus dem Wald heraus und passierte die Nationalparkbildungsstätte Sellnitz. Kurz darauf begann der Anstieg auf den Lilienstein. Unterwegs blieben auch die unvermeidlichen Stiege nicht aus, die ich bereits auf dem Malerweg schätzen gelernt hatte. Beim Aufstieg hatte ich einen tollen Blick auf das Basteigebiet.

Nationalpark-Jugendbildungsstätte und Lilienstein
Nationalpark-Jugendbildungsstätte und Lilienstein
Aufstieg auf den Lilienstein
Aufstieg auf den Lilienstein
Aussicht vom Lilienstein auf die Bastei
Aussicht vom Lilienstein auf die Bastei

Oben auf dem Tafelberg dreht ich eine Schleife und besuchte die Aussichtspunkte mit Blick auf Bad Schandau, den Königstein und die Umgebung.

Der Lilienstein ist der einzige rechtselbische Tafelberg. Hier oben befinden sich auch zwei Obeliske, der östliche erinnert an die Besteigung des Liliensteins durch August den Starken im Jahre 1708, der Kurfürst von Sachsen und König von Polen war. Er ließ dazu Stufen auf der Südseite in den Fels schlagen. 1966 wurde der Stein durch einen Blitzeinschlag zerstört und 2008 ersetzt. Der Wettin-Obelisk befindet sich auf der höchsten Stelle des Tafelbergs und wurde 1889 vom Gebirgsverein der Sächsischen Schweiz errichtet.

Blick vom Lilienstein auf Bad Schandau
Blick vom Lilienstein auf Bad Schandau
Obelisk Lilienstein
Obelisk zur Erinnerung an die Besteigung August des Starken
Blick vom Lilienstein auf die Festung Königstein
Blick vom Lilienstein auf die Festung Königstein
Wettin-Obelisk auf dem Lilienstein
Wettin-Obelisk auf dem Lilienstein
Die Westecke am Lilienstein
Die Westecke am Lilienstein
Blick von der Westecke auf die Umgebung
Blick von der Westecke auf die Umgebung

Schließlich machte ich mich an den Abstieg auf der Südseite. Unten angekommen ging es zunächst Richtung Wanderparkplatz, weiter Richtung Nordaufstieg und mit dem blauen Balken, der auch gleichzeitig der Europäische Wanderweg 3 ist, Richtung Rathen.

Westecke
Westecke
Lilienstein
Der Lilienstein beim Blick zurück
Waldfriedhof
Waldfriedhof

Auf dem weiteren Weg passierte ich eine Stelle, die auf der Karte als Waldfriedhof gekennzeichnet ist. Tatsächlich gab es hier gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein Kriegsgefangenenlager, das später von Vertriebenen aus Böhmen bewohnt wurde. 117 Tote, hauptsächlich Alte und Säuglinge, die hier starben, wurden an dieser Stelle beigesetzt.

Blick auf Kurort Rathen
Blick auf Kurort Rathen
Gierseilfähre bei Kurort Rathen
Die Gierseilfähre bei Kurort Rathen
Basteifelsen
Blick von der anderen Elbseite auf die Basteifelsen

Der Lottersteig führte mich hinab zur Elbe, wo mich ein herrlicher Blick auf Rathen und die Bastei erwartete. Nun wanderte ich eben oberhalb der Elbe nach Kurort Rathen. Hier setzte ich mit der Gierseilfähre über – eine tolle Konstruktion. Die Fähre hängt an einem Seil und durch die Betätigung des Ruders wird die Richtung angegeben. Am Bahnhof endete dann die schöne Tour, die eine tolle Abrundung meiner Malerweg-Wanderung darstellte.

Länge: 16,9 km, Anstieg: 520 m, Abstieg: 520 m

Karte