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Escapardenne Lee Trail 3. Etappe

Geisterbachtal und Hockslee

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Die dritte und letzte Etappe auf dem Escarpadenne Lee Trail begann ich in Hoscheid bei strahlendem Sonnenschein. Allerdings kündigte sich am westlichen Horizont bereits eine Wolkenbank an. Die Temperaturen waren frischer als am Vortag und der Wind hatte zugenommen. 

Klangstation bei Hoscheid
Klangstation bei Hoscheid
Windspiel
Windspiel
Landschaft bei Hoscheid
Landschaft bei Hoscheid

Der Wanderweg führte mich aus dem Ort heraus, unterwegs kam ich wie am Vortag an einige Klangstationen vorbei, ein Holzxylophon tat es mir besonders an. Im weiteren Verlauf regten Tafeln dazu an, innezuhalten und z. B dem Streichen des Windes durch die Bäume zuzuhören. An einer Murmelbahn könnte ich nicht widerstehen: Ich würde mit einer Kakophonie von Geräuschen belohnt, als die Kugeln gegen die Hindernisse polderten.

Xylophon im Wald
Xylophon im Wald
Wanderweg
Wanderweg
Murmelbahn
Murmelbahn

Nach dem Überqueren des Lëtschbaachs ging es schließlich das erste Mal aufwärts. Majestätisch ragte der Rote Fingerhut in die Höhe. Auf dem Fiederberg hielt ich kurz inne, bevor ich wieder in den Wald eintauchte. Der Escapardenne Lee Trail leitete mich durch Eichenniedrigwald teils steil bergab zum einstigen Dorf Oberschlinder.

Am Lëtschbaach
Am Lëtschbaach
Wanderweg
Wanderweg
Windrad auf dem Fiederberg
Windrad auf dem Fiederberg
Oberschlinder
Hier befand sich einst das Dorf Oberschlinder
Vergangene Zeit in Oberschlinder
Vergangene Zeit in Oberschlinder
Michelskapelle bei Oberschlinder
Michelskapelle bei Oberschlinder

Es steht hier jedoch noch die Michelskapelle. Über Gucklöcher könnte ich ins Innere der Kapelle hineinlinsen.

Auf der folgenden Strecke begegnete mir keine Menschenseele, ich war alleine unterwegs und genoss die Ruhe. Nur das Murmeln des Baches und das muntere Gezwitscher der Vögel begleiteten mich. Ein Teppich aus Moos breitete sich am Rande des Pfad aus, als es von der Sonne beschienen wurde, leuchtete es in satten Farben.

Wanderweg bei Oberschlinder
Wanderweg bei Oberschlinder
Wanderweg
Wanderweg
Glockenblumen am Wegrand
Glockenblumen am Wegrand

Ein weiterer Anstieg stand bevor, am Wegrand blühten die Glockenblumen. Zwischendurch wurde ich mit einem Blick zur Burg Burscheid und hinab zur Molberlee belohnt, die ich am Vortag so zauberhaft fand. Der Pfad war angenehm zu laufen, düster würde es jedoch unter dem Blätterdach, als sich auch die Wolken dichter zusammenzogen. Ich verließ den Wald, Wind und Nieselregen begrüßten mich. So hatte ich das aber nicht bestellt!

Blick auf die Molberlee
Blick auf die Molberlee
Wanderweg durch Waldeinsamkeit
Wanderweg durch Waldeinsamkeit
Landschaft mit Regen
Landschaft mit Regen

Unterwegs zur Hoflee

Trotz allem schweifte mein Blick über die Landschaft und hinab in die Täler. Der Escapardenne Lee Trail führte mich auf dem Grat der herrlichen Hoflee entlang. Es wuchs der Ginster am Wegrand und ich schaute hinab ins Tal und auf die Bahnstrecke, auf der auch just ein Zug entlangfuhr. Ein Nieselschauer kündigte sich an, also kurz unter einem Baum untergestellt. Dann stand der Abstieg von der Hoflee an, steil ging es in Kehren hinunter, an Ginsterbüschen vorbei und durch lichten Eichenwald.

Auf der Hoflee mit Blick ins Wiltztal
Auf der Hoflee mit Blick ins Wiltztal
Blick von der Hoflee ins Wilztal
Blick von der Hoflee ins Wilztal
Pfad unterhalb der Hoflee
Pfad unterhalb der Hoflee

Doch der tolle Trail war noch nicht zuende, auf einem ausgesetzten Pfad ging es am Steilhang entlang. Schroffe und moosbewachsene Schieferfelsen säumten den Weg. Und dann passierte es: Da war ich etwas unaufmerksam gewesen und kam ins Stolpern. Zum Glück konnte ich den Sturz mit den Stöcken auffangen.

Wanderweg
Über Stock und Stein
Steg über den Geisterbach
Steg über den Geisterbach
Im Geisterbachtal
Im Geisterbachtal

Wildromantisches Geisterbachtal

Das Wegzeichen leitete mich schließlich in das Geisterbachtal hinein und am gleichnamigen Bach entlang. Ich ließ mir Zeit, meine Kamera kam häufig zum Einsatz, es gab so viele Motive abzulichten: wie das Wasser über den Schiefer fließt, Baumstämme lagen über Weg und Bach. Ich war alleine und nahm die Eindrücke mit den Sinnen wahr.

Im Geisterbachtal
Im Geisterbachtal
Im Geisterbachtal
Im Geisterbachtal
Unterwegs oberhalb des Geisterbachtals
Unterwegs oberhalb des Geisterbachtals

Der Weg am Bach entlang endete schließlich und in einer Lehre lief ich aufwärts, der Wegweiser zeigte noch 4,8 Kilometer bis zum Ziel in Kautenbach an. Für die bisherigen zehn Kilometer hatte ich bereits über vier Stunden benötigt. Langsam führte mich der Weg aufwärts zu einem Aussichtspunkt. Mit Blick in das Wiltztal stand eine kleine Pause an. Das Rauschen des Baches war bis herauf zu hören – oder war das nur der Wind?

Blick ins Wiltztal
Blick ins Wiltztal
Käfer
Käfer
Aussichtspunkt auf der Hockslee
Aussichtspunkt auf der Hockslee

Wieder unterwegs saß ein kleiner Käfer auf dem Blatt einer Brombeerranke, die in den Weg hineinragte. Der kleine Kerl saß ruhig an der Spitze des Blattes, da könnte ich nicht widerstehen und zückte die Kamera. Inzwischen hatte das Wetter aufgeklärt und die Sonne kam zwischen den Wolken hervor.

Beeindruckende Fauna und Flora auf der Hockslee

Ein Abstecher brachte mich zur nahen Hockslee, von der ich bereits Kautenbach sehen konnte. Ich verweilte längere Zeit in dem Naturschutzgebiet, es wuchsen seltene Pflanzen und auch die Insektenwelt war nicht zu verachten. Viele Schmetterlinge flogen umher. Bei einem Großen Fuchs war es interessant zu beobachten, wie er auf einem Blatt saß: War die Sonne hinter Wolken versteckt, breitete er seine Flügel aus, kam die Sonne jedoch wieder hervor, wurden die Flügel zusammengeklappt.

Blick von der Hockslee auf Kautenbach
Blick von der Hockslee auf Kautenbach
Windrose auf der Hockslee
Windrose auf der Hockslee
Biene
Biene
Dickkopffalter
Dickkopffalter
Großer Fuchs
Großer Fuchs
Zipfelfalter
Zipfelfalter

Ich blieb wohl eine Stunde an der Hockslee. Doch schließlich machte ich mich auf den Weg. Der Escapardenne Lee Trail leitete mich ein letztes Mal aufwärts, teils auf Grasweg, teils auf Asphalt und zum Aussichtsturm Ueweschleed. Der Blick nach Norden auf das hügelige Land war herrlich. Allerdings war der Nordwind doch recht kräftig und frisch, so dass ich nicht lange auf der Plattform blieb.

Aussichtsturm Ueweschleed
Aussichtsturm Ueweschleed
Blick vom Aussichtsturm gen Norden nach Clervaux
Blick vom Aussichtsturm gen Norden nach Clervaux
Käfer
Käfer

Beim folgenden Abstieg offenbarte sich mir erneut ein toller Blick auf Kautenbach, wo die beiden Flüsse Wiltz und Klerf zusammenflossen. Eine Bank war so schön platziert, dass ich nicht einfach so vorbeilaufen konnte – ich hatte ja Zeit und die Züge führen im Halbstundentakt. Inzwischen dominierte der blaue Himmel – so schnell kann sich das Wetter wieder zum Guten ändern. Ich genoss die Sonne doch sehr. Von diesem Platz starten auch Paraglider, wie mich eine Tafel hinwies. Doch an diesem Werktag war vor ihnen leider keine Spur zu sehen.

Am Paragliding-Startplatz
Am Paragliding-Startplatz
Die letzte Lee vor Kautenbach
Die letzte Lee vor Kautenbach
Die Wiltz bei Kautenbach
Die Wiltz bei Kautenbach

Nach einer Weile nahm ich den restlichen Abstieg in Angriff. Vorbei an Silikatrasen (den Begriff kannte ich bisher noch nicht, eine Infotafel klärte mich darüber auf, dass es sich um Halbtrockenrasen handelt) wurde der Ginster und die niedrigen Eichen kräftig vom Wind durchgeschüttelt. Schließlich erreichte ich die Straße nach Kautenbach. An den Lee Trail schließt sich im Ort der Escarpadenne Eislek Trail an, der durch den Ösling (so der deutsche Name für den Eislek) nach Belgien führt. Doch davon ein andermal. Nun dauerte es nicht mehr lange und ich erreichte nach über achat Stunden unterwegs den Bahnhof von Kautenbach, an dem diese wunderschöne Drei-Tages-Wanderung endete. 

Fazit

Der Escapardenne Lee Trail ist ein wunderschöner Wanderweg durch die luxemburgischen Ardennen - und zu Recht als Leading Quality Trail – Best of Europe ausgezeichnet. Meist war ich vollkommen alleine unterwegs und traf keine Menschenseele. Trotz seiner relativen kurzen Länge von 53 Kilometern hat er es aufgrund der vielen Höhenmeter in sich und sollte nicht unterschätzt werden. Dafür wird man mit tollen Aussichtpunkten, vielen naturnahen Pfaden und einer herrlichen Insektenwelt belohnt – vor allem die vielen Schmetterlinge hatten es mir angetan. Von mir gibt es eine klare Empfehlung: Erwandere den Trail!

Karte

Länge: 15,3 km, Anstieg: 500 m, Abstieg: 730 m

Karte