Du bist hier:

Wandern und mehr / Planung und Vorbereitung

Wandern auf dem Malerweg im Elbsandsteingebirge

Planung und Vorbereitung

von Chris

Beim Stöbern nach einer schönen Mehrtageswanderung bin ich bei outdoorsuechtig.de auf den Malerweg im Elbsandsteingebirge gestoßen. Dieser ist 112 Kilometer lang, die in acht Etappen erwandert werden können. Die Etappen sind zwischen 11 und 18 Kilometer lang, so dass auch Zeit bleibt, die Tour zu genießen und auch den einen oder anderen Abstecher zu absolvieren. Dieses bietet sich im Elbsandsteingebirge mit seinen vielen Felsen und Aussichtspunkten an.

Festung Königstein, Gemälde von Bernardo Bellotto (auch Canaletto genannt)
Festung Königstein, Gemälde von Bernardo Bellotto (auch Canaletto genannt)
Schrammsteinaussicht
Schrammsteinaussicht auf der 4. Etappe
Festung Königstein
Festung Königstein auf der 7. Etappe

Der Malerweg erhielt seinen Namen, da viele Maler in den letzten Jahrhunderten Gemälde der Landschaft und der Felsformationen anfertigten.

Nun war also die Wandertour festgelegt. Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass die Wanderung meist in Nähe der Elbe entlang führt, die ersten fünf Etappen auf der rechten Elbseite, die folgenden drei Etappen linkselbisch. Hier bot es sich also auch an, eine feste Unterkunft zu nutzen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Einsteigs- und Ausstiegspunkten zu gelangen. Da ich jedoch nach einer Wanderung gerne ankomme und nicht noch überlegen muss, wann ein Bus oder die Bahn fährt, entschloss ich mich, eine Unterkunft am jeweiligen Etappenort zu beziehen. Nun stellte sich nur noch die Frage, ob ich mit vollem Rucksack wandere oder doch lieber einen Gepäcktransport in Anspruch nehme und nur mit einem Tagesrucksack unterwegs bin. Ich entschied mich dafür, mit kompletten Gepäck zu laufen.

Unterkünfte

Ich hatte insgesamt 13 Tage Zeit für die acht Etappen, davon gingen zwei Tage für die Anfahrt weg, so hatte ich noch elf Tage übrig. Da ich gerne unterwegs den einen oder anderen Pausentag einlege, kam mir dies gelegen. Wobei Pausentage bei mir bedeuten, dass ich mit Tagesrucksack auf Wanderschaft bin.

Ich entschied mich dafür, zwei Pausentage in Schmilka an der deutsch-tschechischen Grenze einzulegen. Eine Tageswanderung wollte ich zum Prebischtor auf der tschechischen Seite unternehmen. Das Sandsteinfelsentor ist das größte seiner Art in Europa und die Bilder sahen imposant aus. Den zweiten Tag überlegte ich mir, eine Tagestour durch die Teile der Affensteine zu unternehmen, die ich auf dem Malerweg nicht durchwandert habe. Den dritten Pausentag legte ich am letzten Tag in Dresden ein.

Damit waren die Etappenorte und die Tage, an denen ich dort war, bekannt und ich konnte an die Buchung der Unterkünfte gehen. Diese buchte ich größtenteils über booking.com, einige auch direkt telefonisch. Nachfolgend sind die von mir gebuchten Unterkünfte aufgeführt:

In Schmilka hatte ich das Problem, dass ich keine durchgehende Übernachtung fand und daher an einem Tag die Unterkunft wechseln musste. Ich hatte bereits die folgenden Unterkünfte gebucht.

Die Preise bewegte sich dabei von knapp 19 Euro (Schlafsackboden in der Neumannmühle) bis zu 95 Euro (Schmilka, Zur Mühle). Im Schnitt zahlte ich etwa 60 Euro pro Nacht.

Im Nachhinein war die Planung jedoch gut so, da mich in Schmilka eine Erkältung erwischte und ich so den zweiten Pausentag zur Regeneration nutzen konnte. Da an dem Tag das Wetter auch nicht so mitspielte – es war kühl und bedeckt – war das eigentlich optimal.

Den letzten Tag nutzte ich dann, um eine Wanderung zum Lilienstein zu unternehmen. Dieser liegt nicht am Malerweg, man sieht ihn jedoch häufig auf den Tagesstrecken.

Nachdem die Unterkünfte gebucht waren, konnte ich mich auch um die Bahnfahrkarten kümmern. Die Fahrt von Mannheim nach Pirna kostete mich 40,40 Euro mit Sparpreis und Bahncard 25. Die Rückfahrt ab Dresden gab es günstiger für 32,90 Euro.

Damit kostete mich der Urlaub zusammen etwa 800 Euro, dazu kamen dann noch die Kosten für Verpflegung und Essen vor Ort.

Kartenmaterial

Wanderkarte bei einer Rast am Kleinhennersdorfer Stein
Wanderkarte bei einer Rast am Kleinhennersdorfer Stein

Bei der Recherche nach Karten stieß ich auf ein Wanderkartenset von Sachsen-Kartographie im Maßstab 1:30.000 (ISBN 978-3868430899). Das Besondere daran ist, dass jede Etappe auf einem einzelnen Blatt abgebildet ist, auf der Rückseite befinden sich eine Streckenbeschreibung und die wichtigsten Daten der Etappe, wie z.B. Sehenswertes, Länge und teilweise auch zusätzlich Wandertipps. Die Blätter sind etwas größer als A4 und kommen in einem handlichen Set.

Während der Tour hat sich dieses Kartenset bei mir bewährt: Ich konnte die Karte in die Tasche der Wanderhose stecken und hatte sie immer griffbereit. Auch bildet die Karte nicht nur den Malerweg ab, sondern auch die weiteren Wanderwege und nicht markierten Wege in dem Abschnitt. Damit war es mir möglich, auch größere Abstecher zu planen und zu unternehmen.

Zusätzlich hatte ich mein GPS-Gerät dabei, den GPX-Track des Malerwegs habe ich von Outdooractive gespeichert. Allerdings war der Track nicht überall korrekt, wie z.B. auf der 4. Etappe im Umfeld der Affensteine und auf der 6. Etappe bei einigen Teilstücken.

Gepäck

Wanderrucksack
Mein Wanderrucksack auf dem Rauenstein

Da ich mich entschieden hatte, mit vollem Gepäck zu Wandern, kam mein Wanderrucksack mit einem Volumen von 50 Litern zum Einsatz. Da ich in der Neumannmühle auf dem Schlafsackboden übernachtete, musste ich zusätzlich noch ein Schlafsack-Inlett mitnehmen. Diese konnte man zwar auch vor Ort mieten, allerdings wiegt das Inlett nicht viel. Ich habe auch meine Trekkingstöcke eingepackt. Vor Ort hatte ich sie selten benutzt, bei den langen und teils steilen Abstiegen z.B. von Schmilka oder nach Königstein war es doch recht praktisch und entlasteten die Knie erheblich. Insgesamt wog mein Rucksack knapp 14 Kilogramm, zusätzlich kamen auf den Etappen noch zwei Liter Wasser dazu. Das erhöhte Gewicht kam durch die Kamerausrüstung zustande. Ich hatte meine Canon EOS 50D mit zwei Objektiven dabei – ein Weitwinkelobjektiv mit 10-20 mm und ein Standardobjektiv mit 18-50 mm. Vor allem das Weitwinkelobjektiv hatte sich bewährt, vor allem als ich direkt vor einer Grotte oder einem Felsen stand.

Für die Tagestouren und bei meinen abendlichen Erkundungstouren hatte ich mein Ultra-Sil Day Pack von Sea to Summit eingepackt. Dieser weist ein kleines Packmaß auf und ich bin jedes Mal überrascht, wie viel in den Rucksack reinpasst und wie bequem dieser zu tragen ist.

Meine Packliste für die Malerweg-Wanderung:

Zusätzlich noch:

Die Regensachen habe ich zum Glück nicht benötigt, ich hatte fast durchgehend gutes Wetter. Auf der ersten Etappe kam ich rechtzeitig vor einem heftigen Gewitter am Zielort an.

Dann kam endlich der Tag der Abfahrt nach Pirna und das Abenteuer konnte beginnen ...