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Wandern und mehr / Liebethaler Grund und Uttewalder Felsentor

Malerweg 1. Etappe

Liebethaler Grund und Uttewalder Felsentor

Nun war es soweit, das erste Teilstück auf dem Malerweg stand an diesem Sonntag Morgen an, und mich empfing strahlend blauer Himmel. Aufgrund der mit knapp 12 Kilometer recht kurzen Einstiegsetappe entschied ich mich dazu, von Pirna die knapp fünf Kilometer zum Startpunkt des Malerwegs zu laufen, anstatt mit dem Bus zu fahren.

Gegenüber des ZOBs führte mich der blaue Punkt über die Elbbrücke. Zu Beginn ging es etwa 1,5 Kilometer an der Straße entlang, bevor das Wegzeichen ins Grüne führte. Ich wanderte am Feuchtgebiet „Ziegelteich” vorbei, munteres Vogelgezwitscher begleitete mich an diesem schönen Morgen. Bald lief ich durch Jessen und erreichte Liebethal und den Liebethaler Grund.

Naturschutzgebiet Ziegelteich
Naturschutzgebiet Ziegelteich
Bushaltestelle am Beginn des Malerwegs
Bushaltestelle am Beginn des Malerwegs
Wegweiser Malerweg
Da geht's lang

Am Buswendeplatz begann nun der Malerweg. Eine Tafel informiert über den Ursprung des Wegs. Da ich gleichzeitig mit dem Bus ankam, startete ich auf dem Malerweg nicht alleine. Der Wanderweg führte mich zu Beginn an der Wesenitz entlang, die Sandsteinfelsen ragen zu beiden Seiten steil auf. Die Kraft des Flusses wurde früher verwendet, um Mühlen anzutreiben.

Im Liebethaler Grund wurde früher Sandstein gebrochen, das Gebiet gehört zu den ältesten Bruchgebieten in der Sächsischen Schweiz. Bereits 1346 wurde der erste Steinbruch urkundlich erwähnt; zwischenzeitlich gab es 63 Sandsteinbrüche. Im Jahre 1950 schloss der letzte Betrieb. Durch die Sandsteingewinnung wurde der Talgrund aufgeweitet.

Im Liebethaler Grund
Im Liebethaler Grund
Wesenitz im Liebethaler Grund
Wesenitz im Liebethaler Grund
Im Liebethaler Grund
Im Liebethaler Grund

Bald erreichte ich die Ruine des Copitzer Elektrizitätswerks. Nur wenige Minuten später empfing mich Musik, das Rätsel würde schnell gelöst, befand sich am weiteren Weg doch das Richard-Wagner-Denkmal und aus einem Lautsprecher tönte Lohengrin. Es ist auch das größte Wagnerdenkmal der Welt – und ich war da. Es steht auch aus einem besonderen Grund im Liebethaler Grund: Richard Wagner skizzierte die ersten Entwürfe für Lohengrin in der nahegelegenen Lochmühle.

Die Lochmühle erreichte ich kurz darauf. Das Gebäude wird aktuell restauriert, eine Infotafel zeigt, wie das Gebäude und die Umgebung einmal aussehen sollen. Hier führt der Malerweg auf die andere Seite der Wesenitz, das Tosen des nahen Wasserfalls übertönte alle anderen Geräusche.

Richard-Wagner-Denkmal
Richard-Wagner-Denkmal
Lochmühle
Lochmühle im aktuellen Zustand
Zukünftige Lochmühle
Und so soll die Lochmühle einmal restauriert aussehen

Nicht weit entfernt, an der Daubemühle, endet der Weg durch den Liebethaler Grund, für dessen Durchquerung ich inkl. Fotostopps und Pausen etwa eine Stunde benötigte. Der Wanderweg führt hinauf nach Mühlsdorf und durch den Ort. Ich wanderte nach dem Ortsende durch Felder und Wiesen mit einem schönen Weitblick.

Das nächste Ziel war nicht weit, der Mühldorfer Koordinatenstein. Nicht weit entfernt schneiden sich zwei volle Längen- und Breitengrade, nämlich 51° nördliche Breite und 14° östliche Länge, ein sogenannter Konfluenzpunkt. Da es aber verschiedene Koordinatensysteme gibt, wurde dieser Koordinatenstein etwa in der Mitte von dem heute gebräuchlichen WGS84 und dem in dieser Region früheren sächsischen System positioniert. Doch nicht weit entfernt am Wegrand befindet sich ein unscheinbarer Stein, der tatsächlich diesen Schnittpunkt angibt.

Mühlsteine an der Daubemühle
Mühlsteine an der Daubemühle
Wehr an der Daubemühle
Wehr an der Daubemühle
Wegweiser bei Mühlsdorf
Wegweiser bei Mühlsdorf
Mühlsdorf
Blick zurück auf Mühlsdorf
Mühlsdorfer Koordinatenstein
Mühlsdorfer Koordinatenstein
Konfluenzpunkt N51° O14°
Tatsächlicher Konfluenzpunkt der Koordinaten N51° O14°

Nun ging es in den Wald, was in Anbetracht der schwülen Temperaturen recht angenehm war. Dort befindet sich auch ein unscheinbarer Stein, der den tatsächlichen Schnittpunkt angibt. Es folgte nun ein steiler Abstieg zur Wesenitz. Dort ging es über die Försterbrücke. Nicht weit entfernt befindet sich die Lohmener Klamm. Nun führte der Malerweg wieder aufwärts und auf dem Querweg auf der Höhe entlang. Im Westen zog sich der Himmel mit dunklen Wolken zu. Ich erreichte Lohmen.

Blick von der Försterbrücke auf die Wesenitz
Blick von der Försterbrücke auf die Wesenitz
Lohmener Klamm
Lohmener Klamm
Gewitterfront
Eine Gewitterfront nähert sich von Westen

Nach dem Ort ging es am Waldrand entlang und am Denkmal zum Bauernaufstand von 1790 vorbei. In direkter Nähe befindet sich die Grenze zum Nationalpark Sächsische Schweiz, in den der Malerweg nun führte. An einer Kreuzung im Wald wanderte ich den Schleifgrund hinab. Die Felswände rücken immer näher und am Wegrand liegen mächtige Sandsteinblöcke.

Grenze Nationalpark Sächsische Schweiz
An der Nationalparkgrenze
Im Schleifgrund
Im Schleifgrund
Schleifgrund
Felsen säumen den Rand des Wanderwegs

Der nächste Höhepunkt war das Uttewalder Felsentor, das von drei großen Felsblöcken gebildet wird. Es ging vorbei an der Gaststätte Waldidylle in den Uttewalder Grund. Inzwischen hatte sich der Himmel auch hier zugezogen und ein bedrohliches Grummeln am Himmel ließ mich dann von dem geplanten Abstecher zur Heringshöhle und den Teufelsgrund absehen.

Schleifgrund
Die Felsen rücken immer enger zusammen
Uttewalder Felsentor
Uttewalder Felsentor
Stadt Wehlen
Blick von der Burgruine auf Stadt Wehlen

Auf einem befestigten Weg erreichte ich bald Stadt Wehlen. Vor dem Ort führt eine Treppe hinauf zur Burgruine. Inzwischen war das Gewitter recht nahe, so dass ich mich schleunigst von der exponierten Lage entfernte und zum Marktplatz abstieg. Kaum war ich dort angelangt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Die Zeit nutzte ich, um im nahen Wehlener Hof einzuchecken und einen Imbiss im Marktstübchen zu nehmen.

Nach dem Regen stieg ich erneut hinauf zur Burgruine, um das obligatorische Bild zu schießen. Da inzwischen wieder die Sonne herausgekommen war, begab ich mich noch auf eine kleine Nachmittagswanderung zur Wilkeaussicht und dem Steinbruchpfad.

Länge: 11,8 km, Anstieg: 155 m, Abstieg: 185 m

Karte