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Wandern und mehr / Schrammsteine, Affensteine und Kuhstall

Malerweg 4. Etappe

Schrammsteine, Affensteine und Kuhstall

Die vierte Etappe war in meinen Augen die schönste Teilstrecke auf dem Malerweg. Der Wettergott meine es gut mit mir und bereits am Morgen schien die Sonne vom blauen Himmel. Aufgrund der Länge und der vielen Sehenswürdigkeiten beschloss ich, bereits frühzeitig loszugehen und so startete ich kurz nach sieben Uhr in Bad Schandau. Nach einer halben Stunde erreichte ich den Einstieg in den Malerweg unterhalb der Dorfbachklamm.

Zunächst wanderte ich oberhalb der Straße zur Ostrauer Mühle, bei der sich heute ein Campingplatz befindet. Eine Infotafel wies mich darauf hin, dass sich hier die Lausitzer Verwerfung befindet, die den Sandstein und den Granit trennt. Granit stellt den Untergrund des Elbsandsteingebirges dar und komm durch die Verwerfung zu Tage. Und tatsächlich konnte ich auf der anderen Talseite Felsen aus Granit entdecken.

Sandsteinfelsen am Flößersteig
Sandsteinfelsen am Flößersteig
Steinmännchen
Steinmännchen am Wegrand
Wanderweg zu den Schrammsteinen
Wanderweg zu den Schrammsteinen

Der Malerweg führte einen schönen felsigen Weg aufwärts und schließlich ohne nennenswerten Steigungen zum ersten Höhepunkt des Tages, dem Schrammtor, einem Durchgang zwischen hohen Felsen.

Schrammtor
Schrammtor
Am Schrammtor
Am Schrammtor
Wildschützensteig
Auf dem Wildschützensteig

Bald gelangte ich zu einer Abzweigung und entschloss mich dazu, den Wildschützensteig zu erklimmen. Auf engen Stiegen und Leitern ging es hinauf zur Schrammsteinaussicht. Aufgrund der frühen Tagesstunde hatte ich die Plattform für mich alleine und erst nach einer halben Stunde kam der erste Wanderer vorbei. Als ich mich auf den Rückweg machte traf ich auf die ganzen Leute, mit denen ich bereits in den vorherigen Tagen Kontakt hatte und die ebenfalls den Malerweg erwanderten.

Schrammsteinaussicht
Schrammsteinaussicht
Schrammsteine
Blick vom Gratweg auf die Schrammsteine
Breite-Kluft-Aussicht
Blick von der Breiten-Kluft-Aussicht auf Kaiserkrone und Zirkelstein

Und an einer Abzweigung verpasste ich doch glatt den Malerweg und stieg den Jägersteig ein Stück hinab. Doch schnell bemerkte ich meinen Irrtum – merke: Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben – und folgte dem Gratweg auf der Höhe entlang. Dabei eröffneten sich immer wieder Ausblicke auf die Schrammsteine. Nun lief ich auch wieder in der „Meute” mit, man kannte sich nun bereits und kam immer wieder ins Gespräch. Auf der Breite-Kluft-Aussicht schweifte mein Blick erneut über die Umgebung, vor allem auf die linkselbisch gelegenen Tafelberge.

Auf dem Weg zu den Affensteinen
Auf dem Weg zu den Affensteinen
Sandsteinformationen
Sandsteinformationen
Aussicht vom Carolafelsen
Aussicht vom Carolafelsen

Der Malerweg führte nun zu den Affensteinen, an einem Abzweig wies mich der Text meiner Wanderkarte darauf hin, dass sich ein Abstecher auf den Carolafelsen lohnen würde, also ging ich den 15-minütigen Abstecher und wurde nicht enttäuscht: Es bot sich mir ein fantastischer Ausblick gen Westen auf die Schrammsteine mit Königstein, Lilienstein und Bastei im Hintergrund. Das Ganze war wie gemalt.

Nun war es bereits Mittag und nach einer längeren Rast auf dem Felsen lief ich wieder zurück zum Malerweg. Beim Abstieg zum Kleinen Dom könnte ich auf der anderen Seite der Talseite an den Felswänden Kletterer beobachten, die ihrem Hobby nachgingen. Unterwegs passierte ich ein kleines Felsentor mit einer alten Buche.

Felsentor
Felsentor
Affensteine
Affensteine
Brosinnadel
Brosinnadel

Ich wanderte schließlich durch den Talgrund, auf beiden Seiten des Weges lagen große Findlinge. Der folgende Abschnitt auf dem unteren Affensteinweg führte nun längere Zeit durch Wald, ich kam ins Gespräch mit zwei Hamburgern und so verging die Zeit im Fluge. Unterwegs öffnete sich immer wieder das Blätterdach und gab den Blick auf spektakuläre Felsnadeln frei.

Affen sah ich hier keine – woher kommt also der Name? Eine kleine Recherche brachte zutage: Die Namensgebung der Felsengruppe kommt vermutlich von dem Uhu, der hier nistete. Das altdeutsche Wort für den Uhu lautet „Auf” und aus den „Aufensteinen” wurde mit der Zeit die Affensteine.

Nach einer Weile erreichte ich die Straße mit dem etwas versteckten Beuthenfall. Leider verfallen hier die Häuser zunehmend. Das nächste Ziel ließ nicht lange auf sich warten, der Lichtenhainer Wasserfall. Hier war doch einiges los, befindet sich hier doch die Endstelle der Kirnitzschtalbahn und eine Gaststätte. Es kam nun mein Stativ zum Einsatz, stand doch die Öffnung des Schleusentores bevor und es dauerte nicht lange, bis mehr Wasser den Fall herunterrauschte.

Affensteine
Affensteine
Beuthenfall
Beuthenfall
Lichtenhainer Wasserfall
Lichtenhainer Wasserfall

Nach einer Pause führte mich der Malerweg auf einem kräftigen Anstieg hinauf zum Felsentor „Kuhstall”. So langsam machte sich auch die lange Strecke mit Rucksack bemerkbar und meine Beine wurden schwerer. Doch das Tor ließ alle Strapazen vergessen: Die Natur erschaffte hier eine beeindruckende Sandsteinformation. Natürlich nahm ich auch die Himmelsleiter in Angriff, die durch eine enge Kluft auf den Felsen führt und bei der ich die Umgebung der nächsten Etappe in Augenschein nehmen könnte.

Kuhstall
Kuhstall
Kuhstall
Kuhstall
Aussicht vom Kuhstall
Aussicht vom Kuhstall

Ein schöner Treppenabstieg brachte mich wieder hinab und weiter ins Kirnitzschtal. Auf einem Pfad ging es nun zur Neumannmühle, dem Endpunkt der heutigen Etappe, die ich nach etwa neun Stunden erreichte. Hier befand sich auch meine Unterkunft auf dem Schlafsackboden. Im Biergarten ergaben sich viele nette Gespräche, so dass der Abend schön ausklang.

Länge: 16,9 km, Anstieg: 575 m, Abstieg: 520 m

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