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Wandern und mehr / Sickinger Höhenweg

Sickinger Höhenweg

von Chris

Der Sickinger Höhenweg führt auf die Sickinger Höhe, einer Landschaft, die von Landstuhl bis Zweibrücken und der Saarländischen Grenze bis zum Pfälzerwald reicht. Sie hat ihren Namen von Franz von Sickingen (1481-1523), der in der Region herrschte. Höhepunkte sind die weiten Ausblicke, die beeindruckenden Sandsteinfelsen und die idyllischen Bachtäler.

Trübes Wetter erwartete mich am Morgen am Bahnhof in Waldfischbach – entgegen der Wettervorhersage am Vortag. Der Sickinger Höhenweg beginnt direkt am Bahnhof, das geschwungene weiße S auf blauem Grund leitete mich unter den Gleisen und der Bundesstraße hindurch. Es war kalt, mein Atem kondensierte in der Luft und vereinzelte Graupelkörner fielen vom Himmel. Es dauerte nicht lange und ich tauchte in den Wald ein. Bald begrüßte mich der erste Felsen am Wegrand – zugegeben, noch recht klein. Auf einem schönen Pfad wanderte ich in das Klapperbachtal hinein. Den Autolärm der Bundesstraße ließ ich hinter mir, Vogelgezwitscher und das Murmeln des Baches begleiteten mich im Talgrund. 

Waldfischbach
Blick auf Waldfischbach
Wanderweg mit Markierung
Unterwegs auf dem Sickinger Höhenweg
Felsen am Weg
Der erste Felsen am Wegrand

Doch der Wanderweg wäre kein Höhenweg, wenn es nicht bald hinauf gehen würde. Auf einem tollen Trail ging es in Kehren aufwärts – recht schnell wurde mir warm. Auf einem Forstweg angelangt, verpasste ich dann die Abzweigung weiter aufwärts – zum Glück brachte mich ein Blick auf das GPS-Gerät wieder auf die richtige Spur. Der Graupel fiel auf den Boden und raschelte auf den Blättern, als er sich dort niederließ. Schließlich kam ich oben an: Die Spitzen der Rotoren der Windränder verschwanden teils in der tief liegenden Wolkendecke, der Weg war durch die vielen Niederschläge der vorangegangenen Wochen aufgeweicht. Der Blick über die umliegende Landschaft war leider getrübt, doch ich genoss trotzdem die Ruhe und die Aussicht auf die Umgebung.

Am Klapperbach
Am Klapperbach
Windrad auf dem Klingeneck
Windrad auf dem Klingeneck
Waldfischbach-Burgalben
Aussicht auf Waldfischbach-Burgalben
Wegweiser des Sickinger Höhenwegs
Wegweiser des Sickinger Höhenwegs
Verschlammter Weg bei Höheinöd
Verschlammter Weg bei Höheinöd
Weitblick bei Höheinöd
Weitblick bei Höheinöd

Die Markierung des Sickinger Höhenwegs leitete mich durch ein kleines Waldgebiet, ein Specht baute seine Höhle, das charakteristische Tock-Tock war gut zu vernehmen. Ich gelangte nach Höheinöd, das Wegzeichen führte mich an Wiesen in Sichtweite des Ortes vorbei. Auch hier war der Grasweg sehr aufgeweicht, auch bedingt durch die Rodung einer Baumreihe direkt am Weg. Im weiteren Verlauf machte der Wanderweg seinem Namen alle Ehre: Der Blick schweifte über die tief eingeschnittenen Täler des Schauerbachs und seinen Zuflüssen. Ich hielt immer wieder an und genoss die Aussichten.

Schild
„Hände weg vom Jungwild”
Da geht es lang ...
Da geht es lang ...
Ausblick bei Höheinöd
Ausblick bei Höheinöd

Am Solarpark vorbei wanderte ich nun langsam abwärts ins Schauerbachtal, ein leichtes Schneetreiben begleitete mich. Der Hasel blühte bereits am Wegrand. Eine Herde knuffiger Rinder standen auf der Weide, ich schaute sie an, sie mich – Neugier von beiden Seiten. Die Weihermühle war nicht mehr weit, leider war sie geschlossen, eine Einkehr somit nicht möglich. Hier befand sich auch eine bunte Sandsteinwald, die meinen Blick angesichts des trüben Wetters erfreute. Aus Holz geschnitzte Figuren gaben dem Foto einen entsprechenden Anstrich.

Rinder an der Weihermühle
Rinder an der Weihermühle
Sandsteinfelsen an der Weihermühle
Sandsteinfelsen an der Weihermühle
Geborstener Baum
Geborstener Baum

Das Rauschen des Baches und munterer Vogelgesang begleiteten mich auf meinem Weg durch das Tal. Ich passierte einen geborstenen Baumstamm und mehrere umgefallene Bäume, das satte Grün des Mooses und des Grases in der Bachaue begeisterten mich ob ihrer satten Farben. Imposante Sandsteingebilde befanden sich in der Nähe des Weges, es war ein Genuss, durch dieses Tal zu wandern. Nach einer Weile führte mich der Sickinger Höhenweg auf einem herrlichen Trail zum Ramerfels hinauf. Der Pfad führte entlang der beeindruckenden Sandsteinwand und zu einem Rastplatz in einer Felsnische. Die Hälfte der Strecke war nun bereits absolviert, so dass ich die Gelegenheit zu einer Pause wahrnahm. 

Am Schauerbach
Am Schauerbach
Am Schauerbach
Am Schauerbach
Sandsteinfelsen am Wegrand
Sandsteinfelsen am Wegrand
Schauerbach
Schauerbach
Aufstieg zum Ramerfelsen
Aufstieg zum Ramerfelsen
Am Ramerfelsen
Am Ramerfelsen
Am Ramerfelsen
Am Ramerfelsen
Rastmöglichkeit am Ramerfelsen
Rastmöglichkeit am Ramerfelsen
Felsdurchgang
Felsdurchgang

Auf dem Weg begleitete mich auch weiterhin das Rauschen des Baches im Talgrund. Der Pfad führte mich auf einen Forstweg und hinauf auf den Streitkopf. Die Wolkendecke hatte sich inzwischen merklich angehoben. Ich überquerte die im Bau befindliche A 62, vor mir breitete sich Herschberg aus. Doch zunächst musste ich wieder hinab ins Tal. Unterwegs passierte ich einen kleinen künstlichen „Wasserfall“, den Bauten nach zu urteilen kommt hier von Zeit zu Zeit richtig viel Wasser herunter. Der folgende Pfad glich eher einem kleinen Bachlauf, floss das Wasser doch ungehindert über die Oberfläche. Moosbewachsene Felsen säumten den Weg hinab zum Wasserhaus. Auch diese Einkehrmöglichkeit war aufgrund von Betriebsferien geschlossen – im Sommer bietet der Ort mit seinem Biergarten sicher eine schöne Rastmöglichkeit. 

Kleine Quelle unterhalb des Wanderpfads
Kleine Quelle unterhalb des Wanderpfads
Pausenplatz
Pausenplatz
Hütte am Streitkopf
Hütte am Streitkopf
Blick auf Hermersberg
Blick auf Hermersberg
Wasserfall
„Wasserfall”
Klinge
Klinge
Ein Pfad wird zum Bach
Ein Pfad wird zum Bach
Wanderweg mit Felsen
Wanderweg mit Felsen
Wasserhaus
Wasserhaus

Nach einem kleinen Anstieg nutzte ich am Pferdsbrünnchen die Gelegenheit zu einer weiteren kleinen Rast. Der Himmel riss nun auf und die Sonne kam auf dem Weg hinauf nach Herschberg heraus. Ich genoss die Sonne auf dem Weg aufwärts – die letzten Wochen hatte sie sich doch recht rar gemacht. Und der nächste Höhepunkt stand kurz bevor: Eine Straußenfarm. Diese Tiere sieht man in unseren Breiten doch recht selten. Zwischen den Büschen waren sie in ihrem Gehege gut sehen, doch für ein Foto würde es so nicht reichen. Auch eine Schar Jungtiere lief in ihrem Gehege umher. Doch schließlich konnte ich noch das begehrte Foto schießen: Zwei Strauße ließen sich bereitwillig ablichten, ein anderer Strauß begleitete mich entlang des Weges, solange der Zaun es ihm ermöglichten. Die Vögel sind imposant in ihrer Größe, ich war beeindruckt.

Pferdsbrünnchen
Pferdsbrünnchen
Auf dem Weg nach Hermersberg
Auf dem Weg nach Hermersberg
Aussicht von Hermersberg
Aussicht von Hermersberg
Straußenfarm
Strauße
Blick nach Horbach
Blick nach Horbach
Vatterbrunnen
Vatterbrunnen

Die Markierung des Sickinger Höhenwegs führte mich nun auf einem Grasweg entlang. Inzwischen hatte sich der Himmel wieder zugezogen und ein Graupelschauer ging auf mich nieder. Unterwegs konnte ich trotzdem die Aussicht in das Moosalb- und Horbachtal genießen, Steinalben lag direkt unter mir. Nun drangen auch wieder die Verkehrsgeräusche aus dem Tal zu mir herauf. Bald folgte ein langweiliger breiter Forstweg, doch es dauerte nicht lange und das Wegzeichen leitete mich wieder auf einen Pfad. Vorbei am Vatterbrunnen, an dem ein flotter Spruch angeschrieben war, passierte ich wieder einige Felsen. Im Tal angekommen ging es jedoch noch einmal kräftig bergan, kurz vor dem Ziel. Nach einem Stück auf einem ebenen Forstweg erreichte ich einen Wegweiser, der mir 100 Meter zum Habichtsfelsen anzeigte. Also folgte ich dem Weg und sah auch einige Felsen, doch ob einer davon der Habichtsfelsen war (und warum er so heißt), habe ich nicht erfahren können.

Wieder auf dem Wanderweg ging es nun hinab und durch die Unterführung zum Bahnhof in Waldfischbach, den ich nach insgesamt 6¾ Stunden wieder erreichte.

Fazit

Die Sickinger Höhe ist ein eher unbekannteres Wandergebiet in der Pfalz. Eine Wanderung auf dem Sickinger Höhenweg machte mich mit dieser Region vertrauter, die Höhepunkte waren für mich neben dem Ramerfelsen und die Straußenfarm die Ausblicke über die Landschaft. Bei gutem Wetter kann man den Weitblick sicher besser genießen, doch auch so tat dies meinem Wanderspaß keinen Abbruch. Ich war alleine unterwegs, außer in den Ortschaften begegnete mir keine Menschenseele. Ich spreche für diese Runde eine Empfehlung aus, die letzte Steigung zum Habichtfelsen wäre jedoch meiner Meinung nach unnötig gewesen.

Länge: 23,8 km, An-/Abstieg: 530 m

Karte