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Wandern und mehr / Andesit-Brüche, Flonheimer Trullo und Lonsheimer Türmchen

Hiwweltour Aulheimer Tal

Andesit-Brüche, Flonheimer Trullo und Lonsheimer Türmchen

von Chris

Die Hiwweltour Aulheimer Tal wurde im August 2017 fertiggestellt. Dies war mit ein Grund für mich, diese Runde vorab zu laufen und euch vorzustellen. Das Motto dieser Runde lautet „Wein, Wald und Wiesen” – vor allem der Wein machte einen Großteil der Runde aus.

Mein Startpunkt der Wanderung war am Wanderparkplatz Geistermühle südlich von Flonheim. Auf dem Weg dorthin herrschte bereits herbstliche Stimmung, war es doch recht dunstig, fast schon neblig. Doch bei meiner Ankunft lugte bereits die Sonne zwischen den Schwaden hervor und es wurde drückend warm. Zur Einstimmung auf die Runde stand am Startpunkt eine Infotafel, die neben den Sehenswürdigkeiten auch darauf hinwies, dass es die längste Runde der inzwischen neun Hiwweltouren ist.

Karte am Wanderparkplatz
Karte am Wanderparkplatz
Insektenhotel
Insektenhotel
Abgebrochene Äste auf dem Weg
Abgebrochene Äste auf dem Weg

Einst floss hier Lava

Zunächst führte der Weg im Aulheimer Tal entlang und auf einem Schotterweg aufwärts. Am Vorabend gab es ein heftiges Gewitter, Äste lagen auf dem Boden und der Weg war teilweise verschlammt. Doch das tat dem Wanderspaß keinen Abbruch. Wie schon auf der Hiwweltour Heideblick begleitete mich ein Stück der Küstenweg Rheinhessen. Es dauerte nicht lange und ich gelangte zu den Andesit-Brüchen. Die Gesteine belegen, dass in früheren Zeiten hier ehemals Lava floss. Es lohnt sich, die Steilkante genauer zu betrachten: In den Felsen sind kleine runde Einschlüsse vorhanden, sogenannte Mandelsteine, die meist mit Chlorit oder Calcit ausgefüllt sind.

Fussabdruck im Schlamm
Fussabdruck im Schlamm
Wegweiser
Da geht's lang
Andesit-Brüche
Andesit-Brüche, gut zu erkennen ist die Grenze zwischen Andesit und Tuffgestein

Ein Trullo am Wegrand

Auf dem folgenden Teilstück begleitete mich das Rauschen des Bachs bis zur Aulheimer Mühle. Nun führte die Hiwweltour hinauf in die Weinberge; ein Hase flüchtete sich vor mir hakenschlagend zwischen die Rebstöcke. Bei schwülwarmen Temperaturen erreichte ich nach dem schweißtreibenden Anstieg den Flonheimer Trullo. Dieser wurde von Gastarbeitern aus Apulien (Italien) im 18. Jahrhundert errichtet, die in den umliegenden Steinbrüchen tätig waren. Am Weinberghäuschen befindet sich auch ein Weinlehrgarten, die reifen Trauben luden zur Kostprobe ein, eine Liegebank und Tische und Bänke boten sich zur Rast ein.

Mandelstein im Andesit
Einschlüsse von Mandelstein im Andesit
Wanderweg in den Weinbergen
Wanderweg in den Weinbergen
Reife Trauben
Reife Trauben
Wegweiser Hiwweltour Aulheimer Tal
Die Hiwweltour ist gut ausgeschildert
Flonheimer Trullo
Am Flonheimer Trullo
Jahreszahl über dem Eingang des Trullos
Jahreszahl über dem Eingang des Trullos

Der Wanderweg leitete mich nun weiter durch die Weinberge und auf einem Grasweg in das Tal hinab. Die nahen Windräder ragten unbeweglich in die Höhe und die Sonne brannte inzwischen auf mich herab, nur ein leichtes Lüftchen wehte. Auf dem Weg saß ein Gruppe von Schmetterlingen, die sich auch kaum durch mich stören ließen. In den Weinbergen knallte es immer wieder um Vögel abzuwehren.

Ehemaliger Steinbruch am Wegrand
Ehemaliger Steinbruch am Wegrand
Trockenmauer
Trockenmauer
Schmetterlinge sammeln sich auf dem Weg
Schmetterlinge sammeln sich auf dem Weg

Das Lonsheimer Türmchen

Bald wanderte ich in den Wald hinein, eine angenehme Kühle und Ruhe umfing mich und das nasse Gehölz verströmte einen angenehmen Duft. Die Markierung der Hiwweltour führt mich kreuz und quer, immer wieder gab es Verzweigungen. Nach einer Weile begrüßte mich das Lonsheimer Türmchen, ein Aussichtsturm mit einer steilen Wendeltreppe und einem schöner Blick gen Norden. Am Fuße des Turmes befindet sich ein großer Rastplatz mit vielen Bänken.

Überall stehen Windräder
Überall stehen Windräder
Wanderweg durch Wald
Eine herrliche Waldpassage
Lonsheimer Türmchen
Lonsheimer Türmchen

Nach kurzer Rast machte ich mich wieder auf den Weg; ein schöner Pfad führte mich am Hang entlang hinab. Im weiteren Verlauf lief ich am Waldrand entlang, das Rebenmeer schien unendlich zu sein, dazwischen lagen immer wieder Ortschaften. Zu meinem Glück war die Sonne hinter den Bäumen versteckt, so dass es trotz Schwüle recht erträglich war. Immer wieder schweifte mein Blick über die Weinberge und die Hügel der rheinhessischen Schweiz. Ich lief bald wieder ein Stückchen durch Wald, ein kleiner Abstecher zur Oswaldhöhe fand ich nicht wirklich empfehlenswert: Ein Rastplatz im Wald und ein Aussichtspunkt, der inzwischen recht zugewachsen war.

Blick vom Aussichtsturm auf Lonsheim
Blick vom Aussichtsturm auf Lonsheim
Überall Wein, wohin man auch blickt
Überall Wein, wohin man auch blickt
Am Kuckucksturm
Am Kuckucksturm

Kleiner Abstecher zum Kuckucksturm

Es dauerte jedoch nicht lange, dann führte mich der Weg am Kuckucksturm vorbei. Von der Plattform blickte ich nach Bornheim hinab und weit über Rheinhessen. Der Aufgang wurde erst einige Monate vorher erneuert. Ich genoss die Aussicht und die Ruhe, die jedoch leider nicht lange währte: Kam doch ein Jeep vorbei, der just hier parkte und lärmende Menschen aus dem Auto entließ.

Aussicht vom Kuckucksturm auf Bornheim
Aussicht vom Kuckucksturm auf Bornheim
Schlammiger Weg
Schlammiger Weg nach dem Gewitter am Vorabend
Sedanplatz
Sedanplatz

Nun denn, so wanderte ich weiter. Unterwegs waren immer wieder Spuren des Unwetters vom Vortag zu sehen, Erde wurde von den Weinbergen auf den Weg gespült. Das Vorankommen war mühselig, sank ich doch immer wieder in den weichen Boden ein. Zum Glück hatte ich bald wieder festen Boden unter den Füßen, dankbar war ich in diesem Augenblick für den Betonweg. Wieder im Wald passierte ich den Sedanplatz, der schmale Schlangenpfad führte mich aus dem Wald und zum Naturfreundehaus, das jedoch geschlossen war.

Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof
Ehemalige Strecke der Wiesbachtalbahn
Ehemalige Strecke der Wiesbachtalbahn
Uffhofen
Blick auf Uffhofen

Die Hiwweltour lotste mich nun wieder durch Weinberge, Wolken haben sich inzwischen vor die Sonne geschoben, die Temperaturen waren wieder in einem angenehmen Bereich angekommen. Vorbei am jüdischen Friedhof wanderte ich am Ortsrand von Lonsheim und zugewachsenen Gleisen entlang. Hier fuhr in früheren Zeiten die Wiesbachtalbahn von Armsheim bis Wendelsheim, die Strecke wurde 1995 stillgelegt. Durch das idyllische Wiesbachtal wanderte ich zurück zum Ausgangspunkt an der Geistermühle.

Fazit

Die Hiwweltour Aulheimer Tal ist eine lohnenswerte und vielseitige Runde, die zu interessanten und historischen Orten in der rheinhessischen Schweiz führt. Bei der Wanderung durch die Weinberge eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die umgebende Landschaft. Die Wegführung ist klar beschildert, man kann praktisch nicht vom Weg abkommen. Bei starker Sonneneinstrahlung sollte an eine geeignete Kopfbedeckung gedacht werden. In der Aulheimer Mühle und dem Naturfreundehaus Flonheim besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Von mir gibt es für diese Tour eine klare Empfehlung.

Länge: 13,3 km, An-/Abstieg: 215 m

Karte