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Wandern und mehr / Altlayer Schweiz und Peterswalder Bildchen

Saar-Hunsrück-Steig 17. Etappe

Altlayer Schweiz und Peterswalder Bildchen

von Chris

Der Morgen empfing mich mit strahlendem Sonnenschein, der Wetterbericht sah gar elf Sonnenstunden für diesen Tag vor, optimale Bedingungen also für diese Etappe. Es war allerdings noch sehr frisch, mein Atem kondensierte in der Luft. Am Portal der Traumschleife Altlayer Schweiz begann der Streckenabschnitt, zunächst führte mich der Saar-Hunsrück-Steig eben am Hang auf einem alten Wirtschaftsweg entlang, die Sonne lugte gerade so über die Hügel, der Bach rauschte tief unter mir im Tal.

Wegweiser zur Altlayer Schweiz
Da geht's lang ...
Auf einem alten Wirtschaftsweg
Auf einem alten Wirtschaftsweg
In der Altlayer Schweiz
In der Altlayer Schweiz

Altlayer Schweiz

Doch bald endete der bequeme Weg und ich wanderte auf einen schmalen Pfad, hier begann die Altlayer Schweiz. Der erste Aussichtspunkt ließ nicht lange auf sich warten, schroffes Schiefergestein stach in die Höhe, von dem Felsen blickte ich hinab in das bewaldete Tal und hinauf auf die gegenüberliegende Höhe. Darüber wölbte sich der blaue Himmel – grandios.

In der Altlayer Schweiz
In der Altlayer Schweiz
In der Altlayer Schweiz
In der Altlayer Schweiz
Am Hitzelbach
Am Hitzelbach

Steil führte mich der Pfad in Kehren hinab ins Hitzelbachtal, wo er sich am Bach entlang schlängelte. Irgendwann endete er leider, auf einem Weg oberhalb der Talsohle lief ich weiter, eine Tafel informierte mich, dass auch in diesem Tal vor vielen Jahrzehnten Schiefer abgebaut wurde. Doch es folgte noch ein Highlight: eine kleine und feine Kletterpassage, Seile erleichterten den Aufstieg.

Ausgediente Brücke über den Hitzelbach
Ausgediente Brücke über den Hitzelbach
Kleine Klettereinlage
Kleine Klettereinlage
Altlayer Bachtal
Blick in das Altlayer Bachtal

Peterswalder Bildchen

Doch dann verließ ich dieses tolle Tal und wanderte aufwärts zur Wallfahrtskapelle, auch Peterswalder Bildchen genannt. Ein angenehm ruhiger Ort zur Rast. Um diesen Ort rankt sich eine Geschichte:

Im Jahre 1761 lebte Mathias Hillen, ein unverheirateter Mann, in Peterswald. Er war etwas einfältig, kindlich fromm und hielt sich am liebsten im Bildchenwald zwischen Peterswald und Altlay auf. An der Stelle, an der heute die Kapelle steht, entdeckte er ein Marienbild im Stamm eines Baumes, das noch niemand gesehen hatte. Etwas oberhalb der Fundstelle, an einem leicht zugänglichen Pfad, errichtete er das Bild der Gottesmutter, damit alle hinkommen könnten. Vergebens, die Versetzung nützte nichts. So oft er es an die neue, näher zu Peterswald gelegene Stelle brachte, so oft fand er es am anderen Tag an alter Stelle wieder. Mathias Hillen hielt dieses Geschehen für eine wunderbare Begebenheit und ließ das Bild am alten Platz. Dann träumte er, und eine Stimme befahl ihm: „Mattes bau!” Er verstand das als Aufforderung, zur Verehrung des Mutter-Gottes-Bildchens ein Kapellchen zu bauen. Er errichtete ein Heiligenhäuschen, in dessen Mitte der Baum mit dem Bild stand.

Da mit der Zeit die Kapelle baufällig wurde, beschloss der Kirchenvorstand von Peterswald, eine neue und größere Kapelle zu errichten. Am 22. April 1858 wurde der Grundstein gelegt, Menschen aus Peterswald und den Nachbargemeinden halfen tatkräftig mit und so wurde das Bauwerk gemeinschaftlich vollendet.

Wallfahrtskapelle Peterswald
Wallfahrtskapelle Peterswald
In der Wallfahrtskapelle Peterswald
In der Wallfahrtskapelle Peterswald
Landschaft
Landschaft

Nach einem weiteren Anstieg öffnete sich der Wald, saftige Wiesen begrüßten mich, mein Blick schweifte hinüber nach Altlay. Eine Bank auf der Sonnenseite und im Windschatten war sehr verlockend, ich konnte nicht widerstehen und genoss längere Zeit die Wärme – die letzten Tage waren doch immer sehr frisch gewesen.

Nach einer Weile raffte ich mich wieder auf und wurde auf der Peterswalder Höhe mit eine tollen Rundumblick belohnt: Im Süden grüßte der Idarkopf und ein Flugzeug setzte zur Landung an, im Westen waren Windräder auf weiteren Bergen zu sehen, im Norden blickte ich auf Schauren und Walhausen.

Blume am Wegrand
Blume am Wegrand
Aussicht auf Altlay
Aussicht auf Altlay
Blick von der Peterswalder Höhe auf Schauren und Walhausen
Blick von der Peterswalder Höhe auf Schauren und Walhausen

Der Saar-Hunsrück-Steig leitete mich – teils moderat, teils kräftig – in das urwüchsige Peterswalder Bachtal hinab. Beim Abstieg konnte ich einen Blick auf die steilen, bewaldeten Berghänge erhaschen und das Rauschen des Baches war gut zu vernehmen. Bald war die Talsohle erreicht, ich begleitete den kleinen Bach ein Stück in seinem Verlauf, leider waren in dieser Idylle auch die Flugzeuge zu hören. Der Weg war aufgrund der Regenfälle der vorherigen Tage teils sehr aufgeweicht. Vor lauter Konzentration auf den Matsch verpasste ich fast die Abzweigung. Der Bach wurde stilecht auf Trittsteinen überquert und an der Wegspinne okkupierte ich kurz den Rastplatz. Ich war alleine in diesem Tal und konnte die Einsamkeit genießen. Der tiefste Punkt des Tals war erreicht, ab jetzt ging es nur noch aufwärts.

Im Peterswalder Bachtal
Im Peterswalder Bachtal
Im Peterswalder Bachtal
Im Peterswalder Bachtal
Bachquerung mit Trittsteinen
Bachquerung mit Trittsteinen

Zu Beginn war der Anstieg ja sehr moderat, trotzdem wurde es mir schnell warm. Doch dann wanderte ich auf einen Pfad, kräftig ging es da aufwärts, vorbei war es mit der Gemütlichkeit. Wieder auf einem grasbewachsenen Weg – rechts und links standen Brombeerhecken und junge Bäume – erreichte ich die Höhe bei Schauren. Am Ort vorbei, etwas die Straße entlang und dann war ich wieder alleine in Feld und Flur. Der Saar-Hunsrück-Steig führte mich kreuz und quer auf der Anhöhe entlang und an Windrädern vorbei. Gerne hätte ich nun ein Rastplätzchen gehabt, so eine Liegebank zu Beispiel, schön in der Sonne mit toller Aussicht. Aber leider waren diese für die Teilstrecke nicht vorgesehen – schade. Nun, eine „normale” Bank tat es schließlich auch.

Rastplatz im Peterswalder Bachtal
Rastplatz im Peterswalder Bachtal
Sanfter Aufstieg nach Schauren
Sanfter Aufstieg nach Schauren
Landschaft zwischen Schauren und Blankenrath
Landschaft zwischen Schauren und Blankenrath

Kurz vor Blankenrath genoss ich an der Mariengrotte nochmals längere Zeit die Herbstsonne auf einer Bank, bevor ich in den Ort lief und meine Unterkunft, diesmal der Gasthof Stein, in Beschlag nahm.

Länge: 17,3 km, Anstieg: 460 m, Abstieg: 425 m

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