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Wandern und mehr / Bärenfels und Teufelsfels

Saar-Hunsrück-Steig 4. Etappe

Bärenfels und Teufelsfels

Unter der armen Bevölkerung des Hochwalds war der Teufel immer auf Seelenfang für seine schwarzen Messen. Er versprach ihnen Berge von Gold für den Verkauf ihrer Seelen. Der kristalline Quarz, der im hellen Sonnenlicht glitzerte, würde sich in reines Gold verwandeln. Doch er geriet an eine schlaue Bäuerin, sie würde ihm als Dank für das Verwandeln des Felsens in pures Gold die Seelen ihrer Töchter vermachen. Das müsse er aber bis Mitternacht geschafft haben. Sogleich machte sich der Belzebub an das Werk, doch der Fels wollte nicht abnehmen. Bei Einbruch der Dunkelheit war er so entkräftet, dass er ein kleines Schläfchen halten wollte. Dabei schlief er tief und fest ein und wachte erst durch das Läuten der Mitternachtsglocke wieder auf. Er erkannte sein Missgeschick und fuhr mit lautem Grollen und gleißenden Blitzen seiner Schubkarre über den Felsen in die Hölle hinab und wurde nie wieder gesehen. Im Fels hatte er dabei einen tiefen Spalt hinterlassen und so bekam dieser den Namen Teufelsfels.

Am Morgen der vierten Etappe vom Stausee Losheim nach Weiskirchen regnete es leicht, als ich jedoch loslief war es von oben trocken, dafür windete es ziemlich. Zu Beginn führte mich der Saar-Hunsrück-Steig durch ein Waldstück. Der Weg verlief zuerst moderat, dann kräftiger aufwärts. Immer wieder schüttelte der Wind die Tropfen von den Bäumen auf mich herab. Als ich auf der Höhe ankam, standen mir vom Aufstieg die Schweißperlen auf der Stirn. Am Himmel zeigte sich schon zaghaft das erste Blau.

Wegkreuz
Wegkreuz
Holzplanken als Wanderweg
Holzplanken als Wanderweg
Wiesenlandschaft bei Scheiden
Wiesenlandschaft bei Scheiden

Kurz vor Scheiden begeisterte mich die Aussicht über weite Teile des Saarlands (so der Wanderführer), die Schattierungen der Wolken war grandios. Nach einer kurzen Wegstrecke durch Scheiden, dem höchstgelegenen Ort des Saarlands (jetzt war ich auch mal da), tauchte ich wieder in den Wald ein und passierte den ersten Felsen an diesem Tag, den Schlangenfels.

Panoramablick Saarland
Panoramablick über das Saarland
Schlangenfels
Schlangenfels
Mauerstück der namenlosen Burgruine
Mauerstück der namenlosen Burgruine

Es dauerte nicht lange und ich gelangte auf einem schönen Felsenweg zu einer Burgruine, von der allerdings nur noch spärliche Mauerreste zu sehen sind. Am Lannenbach passierte ich eine Liegebank, von ihr blickte ich auf senkrecht stehende Quarzitschichten. Der nächste Felsen ließ nicht lange auf sich warten, der Adelsfelsen. Steil ragte er einige Meter vom Erdboden hinauf, der Wanderweg führte an ihm kräftig aufwärts. Über offenes Gelände laufend sah ich Pferde, die rege auf ihrer Koppel unterwegs waren. Schließlich gelangte ich an einen Fischweiher mit einem schönen Rastplatz, hier machte ich meine stündliche Pause.

Am Lannenbach
Am Lannenbach
Pferde auf der Weide
Pferde auf der Weide
Fischweiher
Fischweiher

Bärenfels

Der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten: Der Bärenfels. Der Saar-Hunsrück-Steig führte an steilen Quarzitwänden vorbei, auf der Höhe befand sich eine Halde von großen Steinblöcken. Beim folgenden Abstieg durch eine Felsenrinne war ich froh, meine Trekkingstöcke aufgrund des Gerölls dabei zu haben, das gab Sicherheit.

Der Name kommt übrigens nicht von der Form des Felsens oder weil sich dort früher besonders viele Bären tummelten. Nein, paarungsreife (bierische) Säue trieb man früher zur Besamung zu den Ebern (den Beeren) an den Steinbruch am Felsfuß.

Bärenfelsen
Bärenfelsen
Steinblöcke am Bärenfelsen
Steinblöcke am Bärenfelsen
Abstieg am Bärenfelsen
Abstieg am Bärenfelsen

Der Weg leitete mich wieder am Lannenbach entlang aufwärts. Bald verließ der Steig den Bach und verlief auf einen wurzeldurchzogenen Pfad an der rheinland-pfälzisch-saarländischen Grenze entlang. Hier war es still, nur das Rauschen des Windes in den Bäumen war zu hören, ab und zu leider auch Flugzeuge. Doch auch dieser herrliche Pfad endete irgendwann, doch nach einer kleinen Strecke auf dem Forstweg verlief der Saar-Hunsrück-Steig wieder naturnah entlang des Hölzbachs.

Alter Grenzstein
Alter Grenzstein
Weg durch Fichtenmonokultur
Weg durch Fichtenmonokultur
Am Hölzbach
Am Hölzbach

Teufelsfels

Doch bald stieg das Wegzeichen wieder steil zum meinem absoluten Highlight der Etappe an, dem Teufelsfels. Schroff erhob er sich aus dem Tal und ist durchzogen von Rissen und Klüften. Hier befindet sich auch eine der häufigen Sinnesbänke und eine Schaukelbank. Natürlich nahm ich gleich Platz und schaukelte vor mich hin –immer den Blick auf den Quarzitfelsen gerichtet. Und jetzt kam auch noch die Sonne heraus – Wanderherz, was begehrt Du mehr?

Am Hölzbach
Am Hölzbach
Fliegenpilze
Fliegenpilze
Der Teufelsfels von oben
Der Teufelsfels von oben
Der Teufelsfels von unten
Der Teufelsfels von unten
Baumpilz
Baumpilz
Felsformation am Wegrand
Felsformation am Wegrand

Ich stieg am Felsen entlang abwärts und weiter nach Waldhölzbach. Doch ich touchierte den Ort nur und wanderte gleich wieder in den Wald hinein, das Rauschen des Hölzbachs begleitete mich einige Meter, bevor ich an einer weiteren Felsformation entlang aufstieg. Auf der Höhe wanderte ich einige Zeit an dem Gelände des Wildfreigeheges Rappweiler entlang. Einige Wisente konnte ich erblicken, sie standen träge zwischen den Bäumen.

Wisent im Wildfreigehege
Wisent im Wildfreigehege
Wanderweg bei Kilometer 70
Wanderweg bei Kilometer 70
Iltisfels
Iltisfels
Am Holzbach
Am Holzbach
Am Holzbach
Am Holzbach
Schilderbaum am Abzweig nach Weiskirchen
Schilderbaum am Abzweig nach Weiskirchen

Auf einem weichen Waldweg mit vielen Wurzeln führte mich der Saar-Hunsrück-Steig hinab ins Tal des Holzbachs. Zwei weitere Felsformationen befanden sich am Wegrand: Der Hohenfels und der Iltisfels.

Nach einer Weile verließ ich an einem Kneippbecken den Steig und folgte dem Zuweg. Leider war die Markierung nicht so gut wie auf dem Wanderweg, ich verlor diese irgendwann und lief durch den Ort zu meiner Unterkunft, diesmal im Schinderhannes, die ich nach etwa 6½ Stunden erreichte.

Länge: 17,6 km, Anstieg: 460 m, Abstieg: 420 m

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