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Wandern und mehr / Ehrenburg und Ehrbachklamm

Saar-Hunsrück-Steig 22. Etappe

Ehrenburg und Ehrbachklamm

von Chris

Das Fenster meines Zimmers im Gasthof Schmitt zeigte nach Osten, die Dämmerung setzte ein, leichter Nebel kam auf und legte sich über die Landschaft. Der Tag begann vielversprechend und einige Höhepunkte am vorletzten Tag auf dem Saar-Hunsrück-Steig wollten besucht werden. Ich brach kurz nach 8 Uhr auf. Vor mir breitete sich die Landschaft aus, über dem Moseltal lag Nebel, die Sonne mit ihrem weichen Morgenlicht erleuchtete die Szenerie.

Sonnenaufgangsstimmung
Sonnenaufgangsstimmung beim Blick aus dem Hotelzimmer
Gartenkunst
Gartenkunst in Morshausen
Landschaft bei Morshausen
Landschaft bei Morshausen

An Feldern vorbei und am Waldrand entlang führte mich der Steig – einmal auch ohne erkennbaren Weg über eine Wiese – zum Ehrenburgblick mit Aussicht auf die imposante Burganlage auf der gegenüberliegenden Seite des Tals. Ein hölzerner Ritter stand hier stumm und wachte über den Aussichtspunkt.

Landschaft bei Morshausen
Landschaft bei Morshausen
Blick auf die Ehrenburg
Blick auf die Ehrenburg
Ritter am Ehrenburgblick
Ritter am Ehrenburgblick

Ehrenburg

Gemächlich leitete mich der Saar-Hunsrück-Steig hinab ins Tal. Nun wäre es nicht mehr weit bis zur Mosel – Luftlinie 1,4 Kilometer – doch mein Ziel liegt Richtung Rhein. Und da die Burganlage am Berg liegt, musste ich nun erst einmal wieder hinauf – und zwar kräftig. Bald erschien die Ehrenburg vor mir, ein letzter steiler Anstieg und ich hatte es geschafft. Kurz nach 10 Uhr warteten bereits einige Kinder auf Einlass. Der Eintritt kostete einen kleinen Wegezoll, dann erkundete ich die imposante Burganlage. Man kann sogar auf der Burg übernachten, das wäre ja ein tolles Etappenziel gewesen.

Schopftintling
Schopftintling
Zugang zur Ehrenburg
Zugang zur Ehrenburg
Wandbeleuchtung im Aufgang in der Ehrenburg
Wandbeleuchtung im Aufgang in der Ehrenburg
Auf der Ehrenburg
Auf der Ehrenburg
Doppeltürmiger Bergfried der Ehrenburg
Doppeltürmiger Bergfried der Ehrenburg
Aussicht vom Bergfried in das Ehrbachtal
Aussicht vom Bergfried in das Ehrbachtal

Der Saar-Hunsrück-Steig leitete mich nach einer ausführlichen Besichtigung des Bollwerks wieder hinab ins Ehrbachtal, in dem es – ganz untypisch für den Steig – längere Zeit auf einem Teerweg entlang ging. Von der Brandengrabenmühle gelangte ich zur Eckmühle, und von dort war es nicht mehr weit bis zur Ehrbachklamm. Nun begegneten mir auch einige Wanderer, führte durch die Schlucht doch auch eine Traumschleife.

Ehrbachklamm

Im Gegensatz zur Baybachklamm vom Vortag verlief der Pfad in der Ehrbachklamm immer am Bach entlang. Leitern und Seile erleichterten einige Fels- und Kletterpassagen, der feuchte Schiefer war doch etwas rutschig. In kleinen Kaskaden floss das Wasser hinab, moosbedeckte Steine und Stämme lagen am Bachbett und über allem lag das Rauschen des Baches. Würden Trolle oder Elfen hinter einem Baum oder Felsen hervorschauen – es hätte mich nicht gewundert.

Am Anfang der Ehrbachklamm
Am Anfang der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm
In der Ehrbachklamm

Etwa zwei Kilometer führte der Pfad durch die Ehrbachklamm – da schlug mein Wanderherz höher. Doch dann verließ ich das Tal und gewann über Steine und Stufen hinweg schnell an Höhe. Belohnt wurde ich mit einem herrlichen Blick über das obere Ehrbachtal bis zu Schloss Schöneck. Auf einem angenehm zu laufenden Weg erreichte ich die Daubismühle und wanderte nun wieder entlang des Ehrbachs. Eine mittelalterliche Schiefergrube befand sich am Wegrand. Hier wurde Schiefer für Schloss Schöneck gebrochen.

Pilzkultur
Pilzkultur
Blick auf das Ehrbachtal und Schloss Schöneck
Blick auf das Ehrbachtal und Schloss Schöneck
Mittelalterliche Schiefergrube
Mittelalterliche Schiefergrube

Ein Steig heißt nicht umsonst Steig, stieg er doch wieder an. Zunächst moderat am Weitergraben entlang, der Bach hatte eine Schieferrinne freigelegt. Ab dem Heilbrünnchen wanderte ich wieder stramm in Kehren bergan. Eine letzte Klettereinlage und ich stand an der Abzweigung zu Schloss Schöneck. Dieses befand sich jedoch in Privatbesitz und ist daher nicht zugänglich. Im weiteren Verlauf des Saar-Hunsrück-Steigs konnte ich jedoch auf die Burganlage blicken. Mächtige Mauern schützten die Burganlage in früheren Zeiten.

Wanderweg im Weitergraben
Wanderweg im Weitergraben
Heilbrünnchen
Heilbrünnchen
Schloss Schöneck
Schloss Schöneck

Nun waren es nur noch zwei Kilometer bis zum Etappenziel Oppenhausen. Von der Hochebene schweifte mein Blick weit über die Mittelgebirge. Es dauerte nicht mehr lange und ich erreichte nach 7½ Stunden den Sportplatz. Da es in Oppenhausen keine Übernachtungsmöglichkeit gab, nutzte ich den Abholservice von der Pension „Bei Schinderhannes und Julchen” in Boppard, wo ich auch gleich zwei Nächte blieb.

Länge: 16,5 km, Anstieg: 415 m, Abstieg: 405 m

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