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Wandern und mehr / Balduinseck und Diellaysteig

Saar-Hunsrück-Steig 19. Etappe

Balduinseck und Diellaysteig

von Chris

Nach der aufregenden Überquerung des Mörsdorfer Bachtals auf der Geierlay-Hängeseilbrücke nach Mörsdorf am Vortag stand am Morgen erneut die Querung an. Im Gegensatz zum Vortag war einiges weniger los, nur ein holländisches Pärchen war auf der Brücke unterwegs. Ich konnte diesmal sogar ohne Probleme runterschauen, sollte ich meine Höhenangst langsam in den Griff bekommen?

Hängeseilbrücke Geierlay
Menschenleere Hängeseilbrücke am Morgen
Hinweis zur Bachentfichtung
Hinweis zur Bachentfichtung
Der entfichtete Talgrund
Der entfichtete Talgrund

Ich habe auch ein neues Wort gelernt: Entfichtung. Denn im Talgrund fanden auch an einem Samstag Morgen Entfichtungsarbeiten statt (wie mich ein Schild drauf hinwies), um dem Schwarzstorch einen Gefallen zu tun. Die gefällten Fichten sahen von hier oben wie Mikadostäbe aus.

Auf der Hängeseilbrücke Geierlay
Auf der Hängeseilbrücke Geierlay
Hängeseilbrücke Geierlay
Auch von weiter unten sieht die Hängeseilbrücke imposant aus
Baumstamm am Bach
Baumstamm am Bach

So langsam füllte sich die Brücke, es war bereits nach neun Uhr. Nun wanderte ich abwärts, hinab ins Mörsdorfer Bachtal, dort traf ich wieder auf den Saar-Hunsrück-Steig. Von unten war die Brücke auch beeindruckend, die Menschen sahen wie Ameisen aus – umgekehrt ich sicherlich auch. Der weitere Weg war aufgewühlt durch die Forstarbeiten, imposante Schieferfelsen ragten am Wegrand auf. Auf einem tollen Pfad lief ich am Steilhang entlang, unter mir rauschte der Bach.

Hängeseilbrücke Geierlay
Blick vom Mörsdorfer Bachtal zur Hängeseilbrücke
Mörsdorfer Bach
Mörsdorfer Bach
Wanderweg oberhalb des Mörsdorfer Bachs
Wanderweg oberhalb des Mörsdorfer Bachs

Wieder im Talgrund angekommen, traf ich auf den Sosberger Bach, noch war ich alleine im Wald unterwegs, das sollte sich aber in Kürze ändern. Am Herzenauer Hannes – benannt nach einem ehemaligen Müller – traf ich auf die ersten Wanderer. Es war Samstag, recht gutes Wetter und eine Traumschleife lockte nach draußen. Trittstufen leiteten mich am Masdascher Bach entlang, doch die Gemütlichkeit endete bald. Steil führte mich der Saar-Hunsrück-Steig auf den Burgberg hinauf, puh, das war anstrengend, an der Schutzhütte nahm ich eine verdiente Auszeit, die Aussicht ging so, viel Feuchtigkeit in der Luft verhinderte den besten Blick. Der Burgberg war bereits von Kelten und Römern besiedelt worden, wie mir eine Infotafel erzählte.

Am Sosberger Bach
Am Sosberger Bach
Schieferhöhle am Masdascher Bach
Schieferhöhle am Masdascher Bach
Am Masdascher Bach
Am Masdascher Bach
Auf dem Burgberg
Auf dem Burgberg
Trübe Aussicht vom Burgberg
Trübe Aussicht vom Burgberg
Weihnachtsbaum-Kindergarten
Weihnachtsbaum-Kindergarten

Weiter ging's, auf der Anhöhe wurden schon die nächsten Weihnachtsbäume herangezogen, Mörsdorf war im Dunst zu erkennen. Und dann kam sie, die Sinnesbank, genau richtig für eine weitere Pause. Ich blickte hinab in das Masdascher Bachtal. Ganze Wandergruppen kamen inzwischen vorbei, da musste wohl irgendwo ein Nest sein. Aber es war ja auch wirklich schön hier.

Liegebank mit Kreuz
Liegebank mit Kreuz
Abstieg ins Masdascher Bachtal
Abstieg ins Masdascher Bachtal
Am Masdascher Bach
Am Masdascher Bach

Ruine Balduinseck

Bald raffte ich mich wieder auf, es ging in eben dieses Bachtal abwärts. Nun dauerte es nicht mehr lange und die Burgruine Balduinseck ragte vor mir auf. Balduin? War das nicht der nette Zeitgenosse, seines Zeichens Bischof von Trier? Ja, genau der. Obwohl die Anlage recht klein war – z.B. im Vergleich zur Schmidtburg – fand ich sie sehr spannend. Infotafeln erläuterten die einzelnen Bereiche und Bilder illustrierten, wie die Anlage im Mittelalter einmal ausgesehen haben könnte. Am Rastplatz unterhalb der Burg picknickte eine Wandergruppe, hier war also das Nest. Lohnenswert war auch ein Abstecher hinauf zum Hexentürmchen, weniger wegen des Turms – denn es gab keinen mehr, nur einen Felsen, dafür aber einen schönen Blick hinab auf die Burgruine.

Am Masdascher Bach
Am Masdascher Bach
Unterführung
Unterführung
Burgruine Balduinseck
Burgruine Balduinseck
Burgruine Balduinseck
Burgruine Balduinseck
Burgruine Balduinseck
Burgruine Balduinseck
Wegkreuz am Wendelinus
Wegkreuz am Wendelinus

Es folgte ein toller Abschnitt entlang des Masdascher Bachs, das Wasser rauschte über das Schiefergestein. Beim Fotografieren überholte mich eine große Wandergruppe. Besser warte ich noch etwas, sonst kann ich mich mit einreihen, alleine zu wandern ist aber schöner. Bald aber trennten sich Traumschleife und Saar-Hunsrück-Steig und ich war wieder alleine unterwegs. Bizarre Schieferfelsen ragten neben dem Weg auf. Das Bachtal öffnete sich, saftige Wiesen nahmen nun den Raum im Talgrund ein. Die imposante Unterste Mühle mit ihrem prächtigen Fachwerk stand auf der anderen Talseite.

Ruine der Bucher Mühle
Ruine der Bucher Mühle
Unterste Mühle
Unterste Mühle
Am Beginn des Diellaysteigs
Am Beginn des Diellaysteigs

Eine Bank in der Sonne zog mich magisch an – es muss nicht immer eine Liegebank sein. Es war wieder Zeit für eine Pause, wie die Zeit verging. Windgeschützt verbrachte ich eine längere Zeit und gab mich der Entspannung hin – fast wie Urlaub. Doch dann stand die nächste Herausforderung an: Der Diellaysteig. Dieser wurde erst zur Erweiterung des Saar-Hunsrück-Steigs 2015 eröffnet. Steil windet sich der Pfad am Felsgestein entlang, Eisen als Trittunterstützung und Seile halfen beim Aufstieg – praktisch vor allem mit vollem Rucksack. Ein kurzer, aber knackiger Aufstieg. Und am oberen Ende des Steigs befand sich eine Tür. Unerwartet.

Diellaysteig
Diellaysteig
Diellaysteig
Diellaysteig
Tür zum Diellaysteig
Tür zum Diellaysteig

Über Wiesen wanderte ich nach Bell und durch den Ort. Schöne Häuser befanden sich an den Straßen. Auf der Anhöhe ging es an Feldern vorbei, Kühe standen auf der Weide, und am Bahnhof Bell wanderte ich in den Wald. Hier fuhr früher die Hunsrückbahn von Boppard nach Simmern, heute befindet sich auf der ehemaligen Gleisstrecke ein Radweg. Kreuz und quer ging es durch das Gehölz und an einer Kaserne vorbei. Ich kam an einer Straße heraus und blickte vom Aussichtspunkt Hohe Buch weit über die Landschaft, hinab nach Kastellaun und zu den Moselbergen. Heute war mein Glückstag, hier stand wieder eine Liegebank in der Herbstsonne. Also habe ich sie gleich wieder in Beschlag genommen und den Blick genossen. Hier konnte man es länger aushalten. Irgendwann machte ich mich aber wieder auf die Socken, nach 7½ Stunden erreichte ich meine Unterkunft, das Burgstadt-Hotel in Kastellaun.

Nette Begrüßung bei Bell
Nette Begrüßung bei Bell
Fachwerkhäuser in Bell
Fachwerkhäuser in Bell
Kastellaun
Blick von einer Liegebank auf Kastellaun
Länge: 17,9 km, Anstieg: 370 m, Abstieg: 265 m

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