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Wandern und mehr / Steinbachtal und Saarschleife

Saar-Hunsrück-Steig 2. Etappe

Steinbachtal und Saarschleife

von Chris

Ich stehe vor dem Eingang und überlege, soll ich dafür Eintritt zahlen und diesen Kommerz unterstützen? Andererseits ist von dort oben die Aussicht sicher grandios. Ich gebe mir einen Ruck, die Neugier hat gesiegt. Langsam steige ich den hölzernen Weg auf, nähere mich den Wipfeln der Bäume. Dann sehe ich den halbkreisförmigen, filigranen Holzturm. Ich nehme den Anstieg in Angriff, immer weiter laufe ich in vielen Kehren aufwärts, die Aussicht wird immer imposanter. Schließlich stehe ich 42 Meter über dem Erdboden und genieße den Blick: Die Flussschlinge liegt ausgebreitet vor mir, in Jahrmillionen hatte sich der Fluss in das harte Quarzitgestein gegraben. Ich verweile einige Zeit, bevor ich wieder absteige: Die Aussicht bleibt mir in Erinnerung.

Am Morgen der zweiten Teilstrecke führte mich der Saar-Hunsrück-Steig zunächst am Waldrand entlang. Die nahe Autobahn war deutlich zu vernehmen, das Gebell der Hunde in der nahen Kaserne ebenso. Auf schönen Pfaden leitete mich der Wanderweg durch Wald und eine Wiese hinauf. Der Tau glitzerte im sonnenbeschienenen Gras. Nach dem Anstieg erreichte ich die Lourdesgrotte mit einem herrlichen Blick auf Tünsdorf, im entfernten Saartal stieg der Nebel auf.

Landschaft bei Hellendorf
Landschaft bei Hellendorf
Windräder im Bau
Windräder im Bau
Brücke über Bach
Brücke über Bach
Sinnesbank am Wegrand
Sinnesbank am Wegrand
Markierung auf Boden
Da geht's lang
Kuh auf der Weide
Kuh auf der Weide
Lourdesgrotte
Lourdesgrotte
Blick von der Lourdesgrotte auf Tünsdorf
Blick von der Lourdesgrotte auf Tünsdorf
Wanderweg an der Neumühle
Wanderweg an der Neumühle

Nun lief ich abwärts nach Obertünsdorf und weiter zur Neumühle. Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten, führte doch der Pfad nun durch das wildromantische Steinbachtal. Der Name ist hier Programm, gibt es doch überall Steine, viele liegen moosbewachsen im Bachbett. Bäume liegen quer über dem Wasser, um mich herum Vogelgezwitscher und das Murmeln des Baches – ein herrliches Plätzchen.

Im Steinbachtal
Im Steinbachtal
Im Steinbachtal
Im Steinbachtal
Im Steinbachtal
Im Steinbachtal

Der Saar-Hünsrück-Steig lotse mich bald wieder aus dem Tal heraus und in die Höhe, Heidekraut blühte und moosbehangene Bäume standen am Wegrand, Steine bedeckten die Hänge. Stille umfing mich hier oben, ab und zu krächzte ein Rabe und das Rauschen des Baches drang hier hinauf.

Doch auch dieses Idyll endete bald, ich wanderte an Feldern und Wiesen vorbei, es roch nach frisch gemähtem Gras. Es ging nun doch gut aufwärts, belohnt wurde ich durch einen Panoramablick auf die Umgebung. Doch auch von hier war noch die Autobahn zu hören. Der Wind strich um meine Nase.

Pfad oberhalb des Steinbachtals
Pfad oberhalb des Steinbachtals
Landschaft
Landschaft
Wegweiser Saar-Hunsrück-Steig
Etwa die Hälfte der Etappe ist geschafft

Das Gelände wurde nun zusehends steiniger, einige Felsen ragten am Wegrand auf. Ein Geocache machte mich auf die Überreste eines alten Bunkers aufmerksam, der sich nahe des Weges befand. Leider legte es mich auf den Steinen, mir ist aber zum Glück nichts passiert.

Die nächste Attraktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Orkelsfelsen am Ortsrand von Orscholz. Über eine Treppe gelangte ich zum Aussichtspunkt auf dem Fels mit Blick in Richtung Saarschleife. Der Turm des Baumwipfelpfads stach deutlich in der Landschaft hervor. Auf dem Fels soll im 10. Jahrhundert eine Burg gestanden haben, Reste sind jedoch nicht gefunden worden.

Reste eines ehemaligen Bunkers
Reste eines ehemaligen Bunkers
Aussicht vom Orkelsfels in Orscholz
Aussicht vom Orkelsfels in Orscholz
Baumwipfelpfad Saarschleife
Auf dem Baumwipfelpfad

Saarschleife

Nun wanderte ich am Ortsrand entlang und durch ein kleines Wäldchen zum Cloef-Atrium. Hier befindet sich auch der Eingang des im Vorjahr eröffneten Baumwipfelpfads Saarschleife. Ich habe überlegt, ob ich die Runde zu dem Turm drehen sollte, der Eintritt kostete immerhin 10 €. Letztendlich siegte aber die Neugier. Langsam stieg der Pfad auf Holzbohlen an, unterwegs gab es immer wieder Tafeln zu den Waldbewohnern und auch die Entstehung der Saarschleife wurde erläutert. Um mich herum war die meistgesprochene Sprache Holländisch. Und schließlich ging es den Turm in vielen Kehren hinauf. Von oben bot sich ein grandioser Ausblick auf die Saarschleife und die umgebende Landschaft. Ich genoss die Sicht.

Aussichtsturm Baumwipfelpfad Saarschleife
Aussichtsturm am Baumwipfelpfad
Baumwipfelpfad Saarschleife
Aussichtsturm am Baumwipfelpfad
Saarschleife
Blick vom Aussichtsturm auf die Saarschleife

Irgendwann riss ich mich los und lief wieder abwärts. Wieder auf dem Saar-Hunsrück-Steig erreichte ich die Cloef, den ebenerdigen Aussichtspunkt mit Blick auf die Saarschleife. Dieser Ort hatte den entscheidenden Vorteil: Hier war weniger Trubel und ich konnte mich auf die Brüstung setzen und die Beine baumeln lassen. Der ideale Ort für eine Rast.

Schließlich wanderte ich auf dem Saar-Hunsrück-Steig zur Kleinen Cloef – einem weiteren Aussichtspunkt, den ich diesmal für mich alleine hatte und nicht so spektakulär war. Von hier war die Burg Montclair gut zu sehen. Es begann nun etwas zu tröpfeln, was meinem Wanderspaß aber keinen Abbruch tat. Es ging auf einen schönen Trail und über viele Felsen und Wurzeln.

Wegweiserbaum
Wegweiserbaum
Wanderweg
Wanderweg über Stock und Stein
Saar
Auf einer Sinnesbank mit Blick auf die Saar

Zwischendurch gab es immer wieder Aussichtspunkt mit Blick auf die Cloef, und auch der Turm des Baumwipfelpfads stach deutlich hervor. Ich ließ nun die Zivilisationsgeräusche hinter mir, nur meine eigenen Schritte waren zu hören. Auf einem langgezogenen Abstieg erreichte ich nach einer Weile Keuchingen. Nun musste nur noch die Saar überquert werden und ich erreichte Mettlach nach etwa acht Stunden auf Wanderschaft, meine Unterkunft war nahe, ich war im Hotel Saarblick untergebracht.

Länge: 17,0 km, Anstieg: 230 m, Abstieg: 450 m

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