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Wandern und mehr / Kappleifelsen, Skudden und Römerturm

Saar-Hunsrück-Steig 15. Etappe

Kappleifelsen, Skudden und Römerturm

Nach der angenehm kurzen Etappe am Vortag stand nun wieder eine längere Tagesstrecke an. Von der Pension musste ich zunächst durch den Ort, praktischerweise lag ein Bäcker auf dem Weg, da die 80-jährige Inhaberin der Unterkunft kein Frühstück mehr anbot. Am nördlichen Ortsrand traf ich wieder auf den Saar-Hunsrück-Steig. Der Morgen war bedeckt, vereinzelte Tropfen fielen. Eine Rinderherde graste am Bach, als ich in den Wald einbog. Ein Grasweg führte mich durch das Idarbachtal, der Idarkopf war in Wolken gehüllt. Doch der erste blaue Flecken am Himmel zeigten sich bald.

Idarbach
Am Idarbach
Wanderweg im Idarbachtal
Wanderweg im Idarbachtal
Schweine
Schweine

An der Weitersbacher Hütte traf ich auf Freilandschweine – ein seltener Anblick. Als ich stehenblieb, kamen sie freudig grunzend auf mich zu. Auf der Wiese standen Kühe – die Neugier war beiderseits, ich schaute sie an, sie mich.

Rinder auf der Weide
Rinder auf der Weide
Gößenrother Fußmühle
Gößenrother Fußmühle
Mühlrad
Mühlrad

Bald erreichte ich die Gößenrother Fußmühle mit einem Mühlrad, das erst das Wasser in seinen Speichen sammelte und es drehte sich schließlich mit einem Ruck. Einige mächtige Ameisenhügel lagen direkt am folgenden Weg. Eine kleine Rast stand an einer Grillhütte an. Hier befand sich in früheren Zeiten das Laufersweiler Schwimmbad, es waren nur noch Reste der Staumauer zu sehen. Der Saar-Hunsrück-Steig leitete mich einen herrlichen Waldpfad hinauf zum Kappleifelsen mit Blick auf den Idarkopf. Überhaupt war der markante Berg häufig auf dieser Etappe zu sehen.

Ameisenhügel
Ameisenhügel
Idarbach
Idarbach
Blick vom Kappleifelsen auf den Idarkopf
Blick vom Kappleifelsen auf den Idarkopf

Nach einer längeren Rast stieg ich hinab ins Tal. An der Reizenmühle ging es auch gleich wieder aufwärts, allerdings sehr moderat. Am Wegrand standen einige Herbstblüher.

Topinambur
Topinambur
Pflanze am Wegrand
Pflanze am Wegrand
Wacholderheide
Wacholderheide

Und dann kam der nächste Höhepunkt: In einem Gehege grasten Ostpreußische Skudden, eine alte Schafrasse. Als sie mich am Zaun sahen, kamen sie zu mir her, schön hintereinander. Doch so richtig an den Zaun wollten sie nicht, sondern beäugten mich. Als ich ein paar Schritte zurücktrat kamen sie vor, doch als ich wieder an den Zaun ging, wichen sie zurück.

Weibliche Skudden
Weibliche Skudden
Ostpreußische Skudden
Neugierig sind sie ja
Männliche Skudden
Männliche Skudden

Gleich gegenüber befand sich eine Wacholderheide, ein seltener Anblick. Auf einem weiteren Gelände befand sich eine weitere Gruppe von fünf Skudden, diesmal alle männlich und mit schönen gebogenen Hörnern. Eines machte einem anderen Avancen und wollte es dann sogar bespringen. Die Zeit verging, ich beobachtete längere Zeit die Tiere.

Doch schließlich riss ich mich los, der Saar-Hunsrück-Steig führte mich an einem Bach entlang, das Springkraut wuchs am Ufer, Bienen summten und das Murmeln des Baches begleitete mich. Leider waren auch die unvermeidlichen Fluggeräusche des nahen Flughafens Hahn unüberhörbar.

Springkraut am Bach
Springkraut am Bach
Blick zum Idarkopf
Blick zum Idarkopf
Ausoniusstraße
Ausoniusstraße

Ab der Alex-Hütte konnte ich wieder etwas Strecke machen, der Idarkopf war immer wieder gut zu sehen. Schließlich folgte ich der alten Römerstraße den Wald hinauf, diese führte ursprünglich von Trier nach Bingen. Bald lief ich auch ein Stück einen mit Steinen besetzten Pfad – war das einmal Teil der Römerstraße?

Römerstraße
Römerstraße
Wanderweg zwischen Wald und Feld
Wanderweg zwischen Wald und Feld
Aussicht auf Niedersohren
Aussicht auf Niedersohren

Nach dem Überqueren der Landstraße wechselten sich Wald, Felder und Wiesen bis Dill ab. Kurz vor dem Ort war die Burgruine Dill oberhalb des Ortes gut zu sehen. Leider ist die Anlage in Privatbesitz und nicht zugänglich. Weiter an Feldern vorbei grasten Ziegen auf einer Wiese. Diese waren zutraulicher, kamen bis an den Zaun und ließen sich streicheln. Auf einer nachgebauten Römerstraße ging es aufwärts, ein freigelegtes Stück der ursprünglichen Römerstraße war auch zu sehen – ein Schild wies darauf hin, außer einigen Steinen und viel Erde sah ich aber nicht viel.

Landschaft
Landschaft
Burg Dill
Burg Dill
Ehemalige Römerstraße
Ehemalige Römerstraße

Nicht weit entfernt befand sich ein rekonstruierter römischer Wachturm. Zunächst war ich überrascht, standen diese doch am Limes und nicht mitten in römischen Gebiet – er wurde hier trotzdem rekonstruiert. Es war ein schöner Ort für eine längere Rast. Vom Idarkopf nach Sohren schweifte mein Blick, leider war auch bereits die nahe Schnellstraße zu hören.

Rekonstruierter römischer Wachturm
Rekonstruierter römischer Wachturm
Stillgelegte Gleise der Hunsrückbahn
Stillgelegte Gleise der Hunsrückbahn
Aussicht auf Sohren und den Idarkopf
Aussicht auf Sohren und den Idarkopf

Nun war es nicht mehr weit bis zum heutigen Ziel, der Weg verlief längere Zeit parallel zur stillgelegten Hunsrückbahn. Inzwischen hatte sich der Himmel mit dunklen Wolken zugezogen. Ich beeilte mich etwas und wanderte auf der Zuwegung nach Sohren, gerade rechtzeitig, fing es doch inzwischen an zu regnen.

Länge: 20,7 km, Anstieg: 325 m, Abstieg: 250 m

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