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Wandern und mehr / Mörschieder Burr, Steinernes Gästebuch und Schloss Oberstein

Saar-Hunsrück-Steig 11. Etappe

Mörschieder Burr, Steinernes Gästebuch und Schloss Oberstein

Was haben Rainer Brüderle, Tony Marshall, Loki Schmitt und Hans Clarin gemeinsam? Die Antwort erhielt ich auf dieser Etappe auf dem Saar-Hunsrück-Steig von der Wildenburg nach Idar-Oberstein.

Es regnete die Nacht durch und noch am frühen Morgen, aber die Wettervorhersage war optimistisch: Immerhin fünf Sonnenstunden wurde versprochen, da war ich ja gespannt. Vom Inhaber des Hotel Steuer wurde ich an der Wildenburg abgesetzt. Natürlich setzte Regen ein, als ich loslief. Doch inzwischen war ich es ja gewohnt, also nichts wie rein in den Spaß! Zunächst ging es hinauf zur Wildenburg, die ich bereits am Vortag erkundet hatte. Hier befanden sich vor der Burganlage auch eine keltische Fliehburg und eine römische Festung – die Lage war wohl sehr beliebt. Die Vorzüge konnte ich auf meinem weiteren Weg auch gleich feststellen: Eine Zisterne befindet sich auch heute noch auf dieser exponierten Lage und die Quarzitfelsen, an denen der Wanderweg vorbeiführt, waren natürliche Mauern. Diese mussten also nur noch verstärkt werden.

Wildenburg
Wildenburg
Zisterne
Zisterne
Wanderweg
Wanderweg

Der Wind war gegenüber dem vorherigen Tag merklich abgeflaut, trotzdem schüttelten die Bäume das Wasser von den Blättern, sobald ein Windstoß kam. Der erste Höhepunkt des Tages war der Mörschieder Burr, der zum Teil aus Schutthalten aus Quarzitfelsen besteht. Von einem Aussichtspunkt sah ich weit in das Land – und das Wetter wechselte von Minute zu Minute. Eben noch gute Sicht mit tiefhängenden Wolken, zogen wenige Minuten später Regenschwaden über das Land. Ein weiterer Aussichtspunkt lag auf dem Weg, bevor ich wieder in den Wald eintauchte und mich der Saar-Hunsrück-Steig hinab leitete. Es war nur ein leichter Wind zu hören, ab und zu Vogelgezwitscher, ansonsten war es still. Ich wanderte auf schmalen Wegen, in einem Fichtenwald leuchtete das Moos in sattem Grün.

Felsen am Wegrand
Felsen am Wegrand
Mörschieder Burr
Mörschieder Burr
Aussicht vom Mörschieder Burr
Aussicht vom Mörschieder Burr
Wanderweg
Wanderweg
Im Fichtenwald
Im Fichtenwald
Blick auf Herborn
Blick auf Herborn

Nach einer Weile tangierte ich Herborn, der Steig führte mich durch das Steinerne Gästebuch, mit bekannten Namen aus Politik und Kultur. Diese haben die Edelsteinstraße, die durch die Region führt, besucht und dabei einem Stein einen Namen geben dürfen. Damit ist auch das Rätsel aus der Einleitung gelüftet, die genannten Personen waren bereits hier zu Besuch.

Steinernes Gästebuch
Steinernes Gästebuch
Steinernes Gästebuch
Steinernes Gästebuch
Fischweiher bei Veitsrodt
Fischweiher bei Veitsrodt

Der Himmel hellte sich auf und die Sonne kam heraus. Doch das gute Wetter hielt nicht lange, bei der folgenden Wegstrecke regnete es immer wieder, das Blätterdach über mir verhinderte jedoch, dass ich Wasser von oben abbekam. An einem schönen Fischweiher stand dann die erste größere Pause an, bei der wieder die Sonne herausschaute. Ein kleiner Anstieg ließ mein Blick über die sanfte Hügellandschaft schweifen, ein Sonnenstrahl zog über die Wiesen. Ich wanderte nun auf und ab, bei einem Aussichtspunkt blickte ich hinab nach Vollmersbach. Doch nun zog es sich zu und es fing an zu schütten.

Blick auf Vollmersbach
Blick auf Vollmersbach
Der Regen naht ...
Der Regen naht ...
Schutzhütte Reisberg
An der Schutzhütte Reisberg

Wenn man länger alleine unterwegs ist, fängt man an, Zwiegespräche zu führen: „Wer kam auf die glorreiche Idee, diese Tour im Regen zu unternehmen?” – „Na, Du!” – „Ja, aber Du auch!” – „Mir macht's Spaß, der Regen trommelt auf der Kapuze, ein schönes Geräusch.” – „Ich würde mich lieber auf der Liegebank dort ausstrecken und die Aussicht genießen, aber es regnet ja.” – „Aber schau doch, am Horizont erscheint schon wieder ein blauer Streifen.”

So wanderten Chris und Chris durch den Regen und hingen ihren Gedanken nach. An der Schutzhütte Reisberg schien wieder die Sonne – natürlich. Es ging ab und wieder auf, ein kleiner Wasserlauf floss den Pfad hinab. Und wieder ein Anstieg, diesmal zur Schutzhütte Karschholz, hier machte ich erneut eine längere Pause. Der Wegweiser zeigte noch 3,2 Kilometer bis Idar-Oberstein an, das war ja nicht mehr weit – dachte ich.

Am Göttenbach
Am Göttenbach
Rastplatz mit Sonnenschein
Rastplatz mit Sonnenschein
Schlossweiher
Schlossweiher

Zunächst stieg ich steil ins Göttenbachtal ab, doch ein Steig ist kein Steig, wenn er nicht steigt. Also stand nun wieder ein Aufstieg an – und was für einer. Unterwegs lockte eine Liegebank, doch der Anstieg war noch nicht vorbei. Endlich war ich dann oben – und ich blickte weit über die Umgebung – dafür hatte sich die Mühe gelohnt.

Und wenn man oben steht – dann geht es auch wieder abwärts. Zunächst passierte ich den Schlossweiher, ein idyllisch gelegener Teich, und machte kurz darauf einen Abstecher zu Schloss Oberstein. Die Aussicht auf die Stadt war grandios, ich erblickte auch die Burgruine Bosselstein. Diese besuchte ich als nächstes, diesmal war der Blick umgekehrt und auf das Schloss Oberstein gerichtet. Hier endete nun auch für mich der Saar-Hunsrück-Steig, über die Zuwegung besuchte ich noch die Felsenkirche. Der Weg dorthin führte durch einen in den Felsen geschlagenen Tunnel, die Kirche selbst befand sich direkt im Felsen, auf der Aussichtsplattform blickte ich erneut hinab in die Stadt.

Schloss Oberstein
Schloss Oberstein
Blick von Schloss Oberstein auf die Ruine Bosselstein und Idar-Oberstein
Blick von Schloss Oberstein auf die Ruine Bosselstein und Idar-Oberstein
An der Ruine Bosselstein
An der Ruine Bosselstein
Ruine Bosselstein und Schloss Oberstein
Ruine Bosselstein und Schloss Oberstein
In der Felsenkirche
In der Felsenkirche
Blick von der Felsenkirche auf Idar-Oberstein
Blick von der Felsenkirche auf Idar-Oberstein

Doch nun lief ich hinab in die Stadt und durch die Fußgängerzone. Wie in vielen Städten von dieser Größe standen auch hier einige Ladengeschäfte leer. Zu meiner Unterkunft, dem City-Hotel, war es nun nicht mehr weit. Dort wurde ich auch gleich herzlich empfangen und das Diamant-Zimmer war nun für zwei Tage meins. Am nächsten Tag stand ein Pausentag an.

Länge: 21,0 km, Anstieg: 430 m, Abstieg: 815 m

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