Du bist hier:

Wandern und mehr / Planung und Vorbereitung

Wandern auf dem Saar-Hunsrück-Steig

Planung und Vorbereitung

/ aktualisiert am von Chris

Für eine Herbsttour überlegte ich mir, welche Streckenwanderung ich angehen könnte. Zuerst dachte ich an den Eifelsteig mit seinen 14 Etappen. Allerdings hatte ich dann etwas unverhofft viereinhalb Wochen Zeit. Und da gerade kurz vorher der Saar-Hunsrück-Steig zum Wanderweg des Jahres 2017 erkoren wurde, sagte ich mir: Mach den doch einfach. Auf 24 Etappen führt dieser von Perl an der Mosel bis Boppard an den Rhein, zusätzlich gibt es noch drei Etappen bis nach Trier. Ich hätte also auch genug Puffer, um auch mal den einen oder anderen Pausentag einzulegen. Wobei Pausentag bei mir heißt: Es gibt meist eine Rundwanderung vor Ort.

Am Saar-Hunsrück-Steig liegen viele Sehenswürdigkeiten: die rekonstruierte römische Villa Borg, die Saarschleife bei Mettlach, die Grimburg, der keltische Ringwall bei Otzenhausen, der Erbeskopf, eine der ältesten Burgen Deutschlands, die Ruine Schmidtburg und viele mehr. Unterwegs wandert man aber auch durch viel Waldeinsamkeit und idyllische Bachtäler, vor allem im neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Vorbereitung

Karte, Wanderführer, Gastgeberverzeichnis und Traumschleifenübersicht
Karte, Wanderführer, Gastgeberverzeichnis und Traumschleifenübersicht

Also entschloss ich mich, die Strecke von Perl über Idar-Oberstein nach Boppard zu laufen. Die Webseite des Saar-Hunsrück-Steigs gab mir bereits viele Informationen über die Strecke an sich und die Traumschleifen, so heißen die Premiumrundwanderwege in der Region. Dort bestellte ich mir auch das Informationsmaterial, das ich auch einige Tage später erhielt. Dabei ist ein Wanderführer, der die Etappen kurz beschreibt und auch Vorschläge für Unterkünfte gibt. Zusätzlich war die Übersicht über die Traumschleifen sehr nützlich, auch dieses Heftchen kam mit auf die Tour. Und zu guter Letzt fand auch die Gastgeber-Übersicht ein Plätzchen in meinem Rucksack. Auf einen separaten Wanderführer habe ich verzichtet.

Ich überlegte dann auch, ob ich noch eine zusätzliche Karte benötige, ich habe mich diesmal dazu entschlossen, die Leporello-Karte des ersten Abschnitts von Perl nach Idar-Oberstein mitznehmen. Zusätzlich habe ich auch immer mein GPS-Gerät dabei, einerseits um die Strecke aufzuzeichnen, andererseits gibt es auch den einen oder anderen Geocache an der Strecke. So ist die Strecke von Perl bis Idar-Oberstein mit mehreren Multi-Caches bestückt.

Unterkünfte

Wegzeichen Saar-Hunsrück-Steig
Der Wanderweg ist immer gut markiert
Saarschleife
Die Saarschleife steht bereits auf der 2. Etappe an
Zur Alten Mühle in Börfink
Zur Alten Mühle in Börfink

Die Unterkünfte der ersten zehn Tage habe ich vorgebucht, teils per booking.com, teils per E-Mail und Telefon. Die weiteren Übernachtungen hatte ich einige Tage vorher klar gemacht. Einmal nahm ich die Hilfe der Touristinformationen in Anspruch. Oft half auch ein Blick auf die Webseite der Verbandsgemeinden, dort sind entsprechende Unterkünfte angegeben. Die einzelnen Unterkünfte, die ich nutzte, sind weiter unten aufgeführt.

Praktisch am Saar-Hunsrück-Steig sind auch die Abholpunkte. Diese sind sowohl im Wanderführer und der Leporello-Karte gekennzeichnet als auch vor Ort durch ein Schild markiert (allerdings nur im ersten Abschnitt bis Idar-Oberstein). Viele Unterkünfte bieten den Service an, von einem dieser Punkte abgeholt und am nächsten Tag wieder abgesetzt zu werden, teils kostenlos, teils auch mit Gebühr. Dies nahm ich zweimal in Anspruch: Um von der Wildenburg und von Oppenhausen abgeholt zu werden.

Meine Übernachtungen

In Rhaunen hatte ich das Pech, dass ich an einem Montag dort ankam, an dem alle Gaststätten Ruhetag hatten, nur Schnellimbisse waren offen. Es gibt dort aber Einkaufsmöglichkeiten.

In Morshausen hat das Gasthaus Schmitt an einem Tag Ruhetag, im Ort selbst gibt es keine weitere Gaststätte und auch keine Einkaufsmöglichkeit. Dies sollte bei der Planung beachtet werden, sonst gibt es kein Abendessen.

Vor allem an den Wochenende sollte man sich rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern. So übernachtete ich in Kastellaun von Samstag auf Sonntag und zufällig war auch Bürgerfest und somit die meisten Unterkünfte ausgebucht.

Herausheben möchte ich einige Unterkünfte:

Das Landhaus Spanier in Otzenhausen begeisterte mich durch das Ambiente des Zimmers und dem leckeren Essen. Der Salat und das Gemüse kamen direkt aus dem Garten und die Eier von den eigenen Hühner.

Die Alte Mühle in Börfink bietet echte Hunsrücker Küche, nicht a la Carte, dafür kreativ und lecker.

Bei Schinderhannes und Julchen in Boppard fühlte ich mich familiär aufgenommen und habe mich sehr wohl gefühlt.

Packliste

Was nimmt man denn für vier Wochen auf Wanderschaft alles mit? Grundsätzlich dasselbe wie bei einer ein- oder zweiwöchigen Tour. Zum Einsatz kam mein Rucksack mit 50+10 Litern zum Einsatz, den ich bereits auf dem Malerweg im Frühjahr genutzt hatte. Dieser kann in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Im unteren Bereich sind bei mir die Softshell-Jacke, die Regensachen, das Kamerastativ und das Erste-Hilfe-Set – die Nüsse und Energieriegel kommen schnell greifbar in den Rucksackdeckel.

Meine Packliste für den Saar-Hunsrück-Steig:

Zusätzlich noch:

  • Personalausweis
  • Krankenkassenversicherungskarte
  • EC-Karten / Kreditkarten

Vermisst hatte ich auf der Tour ein Sitzkissen, vor allem für Sitzbänke nach einem Regen.

Grundsätzlich habe ich die getragene Kleidung abends durchgewaschen, dafür reicht meist ein Waschbecken und eine Heizung zum Trocknen.

Nun konnte das Abenteuer beginnen ...