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Wandern und mehr / Schieferbergwerk und Keltensiedlung

Saar-Hunsrück-Steig 14. Etappe

Schieferbergwerk und Keltensiedlung

von Chris

Zunächst verließ ich am Morgen das idyllische Hahnenbachtal, vom Forellenhof Reinhardsmühle leitete mich der Saar-Hunsrück-Steig gleich nach oben. Ich durchwanderte zwei Tunnel, die von der Betreibergesellschaft der nahen Friedrichsgrube in den Felsen gesprengt wurde. Reste von Schienen bezeugten die frühere Bergbautätigkeit der Friedrichsgrube, in der von 1937 bis 1952 Blei- und Zinkerze abgebaut wurden. Unterwegs kam ich an einigen Aussichtspunkten vorbei mit Blick auf die Ruine Schmidtburg, die ich am Vortag besucht hatte. Sie sah so nah aus, doch das Hahnenbachtal war zwischen uns. Das Rauschen des Bachs war auch hier oben gut zu hören.

Tunnel
Der Saar-Hunsrück-Steig führte zu Beginn durch zwei Tunnel
Alte Gleise auf dem Weg
Alte Gleise auf dem Weg
Ruine Schmidtburg
Blick über das Hahnenbachtal zur Ruine Schmidtburg

Auf der Höhe bei einem Parkplatz angekommen, bot sich ein Abstecher hinauf zum Bundenbacher Kreuz an. Der steile Aufstieg wurde durch ein Seil erleichtert. Vom Kreuz aus schweifte mein Blick hinab zur Ruine der Schmidtburg. Wieder zurück auf dem Weg gelangte ich in wenigen Minuten zum Besucherbergwerk Herrenberg. Ich war etwas früh dran, das Besuchergebäude öffnete erst um 11 Uhr, so dass ich genug Gelegenheit hatte, die informativen Tafeln zu lesen und einfach die Seele baumeln zu lassen.

Hinweisschild
Hinweisschild
Statue der Heiligen Barbara
Statue der Heiligen Barbara
Blick vom Bundenbacher Kreuz auf die Schmidtburg
Blick vom Bundenbacher Kreuz auf die Schmidtburg

Besucherbergwerk Herrenberg

Ich bekam eine persönliche Führung durch das Schieferbergwerk, da sonst keine weiteren Teilnehmer eintrafen. Das Bergwerk besteht aus vier Sohlen, wobei nur eine Sohle begehbar ist. Im Bergwerk wurde von 1822 bis 1964 Schiefer für das Decken der Dächer gewonnen. 1976 wurde das Besucherbergwerk eingeweiht.

Die Führung war sehr informativ für mich, die Arbeit war ähnlich hart wie im Kupferbergwerk Fischbach, das ich zwei Tage vorher besucht hatte. Die Region um Bundenbach ist auch bekannt für ihre reichhaltigen Fossilienfunde im Schiefergestein.

Schinderhannes-Tränke
Schinderhannes-Tränke
Fossil einer Seelilie im Fossilienmuseum
Fossil einer Seelilie im Fossilienmuseum
Tafel mit dem Bergmannsgruß
Tafel mit dem Bergmannsgruß
Eingang zum Besucherbergwerk Herrenberg
Eingang zum Besucherbergwerk Herrenberg
Szene aus früherer Zeit im Schieferbergwerk
Szene aus früherer Zeit im Schieferbergwerk
Alte Werkzeuge
Alte Werkzeuge
Alte Hinweistafel im Schieferbergwerk
Alte Hinweistafel im Schieferbergwerk
Rekonstruierte Keltensiedlung Altburg
Rekonstruierte Keltensiedlung Altburg
Im der Keltensiedlung
Im der Keltensiedlung

Keltensiedlung Altburg

Im Anschluss besuchte ich gleich die rekonstruierte Keltensiedlung Altburg. Auch diese Führung war persönlich, da ich der einzige Besucher war. Anfang der 1970er Jahre wurden Ausgrabungen auf dem Plateau des Berges durchgeführt, dabei wurde fast die gesamte Fläche bis auf den Fels abgedeckt. Etwa 3600 Pfostengruben, auf denen die Häuser gründeten, wurden gezählt. Die Siedlung der Kelten bestand vom 3.-1. Jahrhundert v. Chr.

Auf der Höhe
Auf der Höhe
Blühende Felder
Blühende Felder
Insektenhotel am Wegrand
Insektenhotel am Wegrand

Nach den Besichtigungen – es war schon 13:20 Uhr – ging es auf dem Saar-Hunsrück-Steig bergan. Auf der Anhöhe hatte ich eine Aussicht auf die umliegende Hügellandschaft. Doch bald tauchte ich wieder in den Wald ein und wanderte abwärts in das Hahnenbachtal. Unterwegs passierte ich das ehemalige Bergwerk Sinsenbach, nur noch die Abraumhalde mit Schiefergestein war noch zu sehen. Saftig grüne Wiesen empfingen mich im Tal, am Wegrand blühte das indische Springkraut. Inzwischen war der Himmel aufgegangen, die Sonne blinzelte mir zwischen den Bäumen ins Gesicht. Ich lief ich auf einen Pfad. Laut (schematischer) Wanderführerkarte sah es so aus, als würde der Weg am Bach entlanggehen – Pustekuchen, es ging erst einmal gut aufwärts. Nieselregen setzte wieder ein, doch die Strapazen wurden belohnt. Unterwegs konnte ich hinab in das Hahnenbachtal mit der Abraumhalde blicken, die Sonne erhellte wieder das Tal.

Kinderherzwald
Kinderherzwald
Lore am einstigen Bergwerk Sinsenbach
Lore am einstigen Bergwerk Sinsenbach
Abraumhalde am einstigen Bergwerk Sinsenbach
Abraumhalde am einstigen Bergwerk Sinsenbach
Im Hahnenbachtal
Im Hahnenbachtal
Aussicht in das Hahnenbachtal
Aussicht in das Hahnenbachtal
Fachwerkhaus im Idarbachtal
Fachwerkhaus im Idarbachtal

Doch die Höhenluft durfte ich nur kurz schnuppern, es war ein Auf und Ab, diesmal ging es wieder abwärts. An einer Grillhütte stand die erste große Pause an, nun war der Straßenverkehr im Tal auch gut zu hören. Auf einem schönen Pfad brachte mich der Saar-Hunsrück-Steig hinab ins Idarbachtal, eine ehemalige Mühle aus Schiefergestein und Fachwerk stand am Wegesrand. An der Landstraße zeigte mir der Wegweiser noch 4,1 Kilometer bis Rhaunen an, dem heutigen Etappenziel. Doch es ging noch ein letztes Mal aufwärts, recht moderat und auf herrlichen Pfaden.

Blick in das Idarbachtal
Blick in das Idarbachtal
Waldpfad, wie ich ihn mag
Waldpfad, wie ich ihn mag
Aussicht auf Rhaunen
Aussicht auf Rhaunen

Der Abstecher zur Schutzhütte Wartenberg hatte sich nicht wirklich gelohnt, war die Aussicht doch ziemlich zugewachsen und das Areal leider vermüllt. Doch auf dem weiteren Weg konnte ich immer wieder schöne Ausblicke auf den Ort erhaschen. Wieder im Tal brachte mich die Zuwegung in das Ortszentrum von Rhaunen, von dort war es nicht mehr weit bis zu meiner Unterkunft in der Pension Fuck. Nach viel frischer Luft in der Natur fiel mit der Autoverkehr geruchsmäßig unangenehm auf. Unglücklicherweise hatten an diesem Montag alle Gaststätten Ruhetag, nur ein Schnellimbiss hatte geöffnet – nicht unbedingt das, was ich wollte. Zum Glück gab es aber auch Supermärkte, so dass die abendliche Energieaufnahme gesichert war.

Länge: 12,7 km, Anstieg: 310 m, Abstieg: 255 m

Karte