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Wandern und mehr / Udenhausener Schweiz und Rheinschleife

Saar-Hunsrück-Steig 23. Etappe

Udenhausener Schweiz und Rheinschleife

von Chris

In Oppenhausen gab es keine Unterkunft und die Baunhöller Mühle mit drei Kilometern Zuwegung aus dem Ehrbachtal kam nicht in Frage, da ich auf der letzten Etappe über 25 Kilometer Wegstrecke gehabt hätte – das musste am letzten Tag nun nicht sein. Zum Glück bot die Pension Bei Schinderhannes und Julchen in Boppard einen Transfer an. Am Vortag ließ ich mich am Sportplatz in Oppenhausen abholen, und genau dort begann auch meine letzte Etappe auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Das hatte auch den Vorteil, dass ich die Tour mit einfachem Tagesgepäck laufen konnte.

Wegweiser in Oppenhausen
Noch 18 Kilometer bis Boppard
Grabsteine im Nebel
Grabsteine im Nebel
Weg im Morgennebel
Weg im Morgennebel

Die Teilstrecke startete ich erst gegen 10:15 Uhr – in Oppenhausen herrschte noch dichter Nebel, aber die Sonnenscheibe zeigte sich bereits in den Nebelschwaden. Der Wegweiser zeigte mir 18 Kilometer bis Boppard an, dem Endpunkt des Saar-Hunsrück-Steigs. Und es wurden erneut erlebnisreiche Stunden. Gleich am Anfang musste ich eine Straße queren, die Autos waren eher zu hören als zu sehen. Auf dem weiteren Weg lag eine angenehme Ruhe über der Landschaft, gespenstische Schatten in der Nähe entpuppten sich beim Näherkommen als Bäume.

Mich begleitete die ersten Kilometer auch die Traumschleife Hasenkammer, der Name kommt von einer alten Flurbezeichnung. Dort befand sich ein alter Steinbruch, der einen interessanten Aufschluss der schrägen Schieferplatten zeigt. Durch einen herrlichen Eichenwald folgte ich dem Wanderweg auf den Eichels. Aus dem Zweiten Weltkrieg sind noch Granattrichter zu sehen, wie mich eine Infotafel hinwies. Am folgenden Aussichtspunkt war nicht viel mit Aussicht, es befand sich noch zuviel Wasser in der Luft.

Ehemaliger Steinbruch
Ehemaliger Steinbruch
Kunst im Wald: Jahreszeiten-Schmetterling
Kunst im Wald: Jahreszeiten-Schmetterling
Blick von der Kanzel hinab in das Brodenbachtal
Blick von der Kanzel hinab in das Brodenbachtal

Kunst im Wald – unter diesem Motto könnte man den nächsten Wegabschnitt stellen. In den Bäumen befand sich zum Beispiel ein Schmetterling. An der Kanzel lichtete sich schließlich der Nebel, ich konnte hinab in das Brodenbachtal blicken und auch hinüber nach Udenhausen. Udenhausen? Da führte doch der Saar-Hunsrück-Steig hin? Also musste ich zunächst abwärts, ein toller Pfad führte mich hinunter, der dann leider auf einen langweiligen Forstweg führte.

Udenhausener Schweiz

Eine Zeitlang lief ich am Bach entlang, bevor es wieder bergan ging. Bald zweigte ein toller Pfad in die Udenhausener Schweiz ab. Die Blätter der kleinen, knorrigen Eichenbäume leuchteten bereits bunt in der herbstlichen Sonne. Die Bank am Aussichtspunkt am Buchhöller Kopf war willkommen für eine Rast, vereinzelte Nebelschwaden zogen noch durch die Täler, darüber wölbte sich der blaue Himmel – einfach traumhaft.

Sonnenstrahlen im Wald
Sonnenstrahlen im Wald
Wanderweg in der Udenhausener Schweiz
Wanderweg in der Udenhausener Schweiz
Aussicht vom Buchhöller Kopf
Aussicht vom Buchhöller Kopf
Wanderweg in der Udenhausener Schweiz
Wanderweg in der Udenhausener Schweiz
Landschaft bei Udenhausen
Landschaft bei Udenhausen
Heiligenhäuschen bei Udenhausen
Heiligenhäuschen bei Udenhausen

Zwei Wanderer kamen vorbei, die aber von der Aussicht keine Kenntnis nahmen. Ich lief nach einer längeren Pause weiter, immer wieder eröffneten sich Ausblicke auf die umliegenden Täler. Die Kirchturmglocke in Herschwiesen auf der anderen Talseite schlug 12:45 Uhr – und weit war ich noch nicht gekommen, aber ich hatte ja ausreichend Zeit.

Der Anstieg war schließlich geschafft, ich ließ den Wald hinter mir und wanderte über die Hochebene. Links befand sich Udenhausen, rechts Buchholz. Der Saar-Hunsrück-Steig führte mich an Udenhausen vorbei und über die Autobahn auf den Horstkopf. Der Rastplatz auf der Höhe war leider bereits belegt, zwei Radfahrer hatte ein Tischtuch ausgelegt und machte ihre Pause – schade, blickte ich doch über die Hunsrückberge auf die Eifel. Doch auch die nahe A61 bot eine Kakophonie unterschiedlichster Motorengeräusche. Aber nicht weit entfernt an einer Waldlichtung befand sich ein toller Rastplatz in der Sonne, es waren keine Autos zu hören, ruhig, ideal für eine weitere Rast.

Herbst
Herbst
Blick vom Horstkopf
Blick vom Horstkopf
Skulptur am Hexentanzplatz
Skulptur am Hexentanzplatz

Der Wanderführer beschrieb die folgende Waldpassage als abwechslungsreich – nun, es gab Schotterwege und Pfade, es ging ab und auf, es herrschte eine angenehme Ruhe, einige Grillen zirpten. Ich konnte nun richtig Strecke machen und passierte dabei Aussichtspunkte und die Hedwigseiche, nach der Ehefrau von Engelberg Humperdinck benannt. An der Engelseiche, benannt nach eben diesem Komponisten, der Ende des 19. Jahrhunderts hier die Zeit verbrachte und sich bei ausgedehnten Waldspaziergängen von der Natur inspirieren ließ.

Rheinblicke

Der Wegweiser zeigte die letzten zwei Kilometer des Saar-Hunsrück-Steigs an. Und diese hatten es nochmals in sich: Vierseenblick, Hamm-Blick, Gedeoneck. Vor allem an letzterem konnte ich die ganze Rheinschleife überblicken: Der Fluss beschreibt eine 180°-Kehre. Eine Rast war obligatorisch, und so verbrachte ich einige Zeit hier oben.

Schutzhütte an der Hedwigseiche
Schutzhütte an der Hedwigseiche
Wegweiser an der Engelseiche
Nur noch zwei Kilometer, dann ist der Saar-Hunsrück-Steig zu Ende
Vierseenblick
Vierseenblick
Hamm-Blick
Hamm-Blick
Aussicht vom Gedeonseck auf die Rheinschleife
Aussicht vom Gedeonseck auf die Rheinschleife
Abstieg nach Boppard
Abstieg nach Boppard

Der Wanderweg leitete mich unterhalb des Sessellifts auf Schieferfelsen bergab. Glücklicherweise war es trocken, das Gestein kann bei Nässe ganz schön rutschig sein. An der Talstation endete der Saar-Hunsrück-Steig nach offiziell 370 Kilometern, nur ein schlichter Wegweiser zeigte die Richtung nach Oppenhausen an.

Rheinblick beim Abstieg
Rheinblick beim Abstieg
Boppard
Boppard
Teil des ehemaligen Römerkastells
Teil des ehemaligen Römerkastells

Ich folgte nun dem Rheinburgenweg zur Rheinpromenade und lief über den Marktplatz zum ehemaligen Römerkastell. Einige Mauern der ehemals um einiges größeren Anlage wurden restauriert. Auch einige Gräber aus dem 7. Jahrhundert befanden sich hier. An meiner Unterkunft endete schließlich die letzte Etappe auf dem traumhaften Saar-Hunsrück-Steig.

Länge: 20,0 km, Anstieg: 380 m, Abstieg: 640 m

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